Der Gott des Gemetzels

Schauspiel in einem Akt von Yasmina Reza

Original-Titel: „Le Dieu du Carnage“

Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

 

Aufführungen am 26. und 27. April 2013
in der Aula der Geschwister-Scholl-Realschule,
Essen

 

 

Das Ehepaar Véronique und Michel Houillé empfängt in seiner Pariser Wohnung das Ehepaar Annette und Alain Reille. Der elfjährige Ferdinand Reille hat den gleichaltrigen Bruno Houillé mit einem Stock verprügelt und ihm dabei zwei Schneidezähne herausgeschlagen. Die Eltern der beiden sind zusammengekommen, um das Geschehen zu diskutieren. Das Gespräch beginnt harmlos: Annette und Alain geben sich schuldbewusst, und Véronique und Michel geben zu verstehen, dass sie eine friedvolle Übereinkunft möchten. Man gibt sich kultiviert, wie es sich heutzutage in unserer Gesellschaft gehört. Doch langsam erhält der Konflikt einen anderen Ton. Nach und nach drängen die Schwachpunkte der einzelnen Lebensläufe, die die Beteiligten so sorgfältig zu überdecken versuchten, an die Oberfläche. Die Atmosphäre wird zunehmend aggressiver und somit auch die Beurteilung der Tat des elfjährigen Ferdinand und die Beurteilung der Opferrolle von Bruno. Die Beziehung zwischen den Söhnen sollte wiederhergestellt werden, doch dann lassen die beiden Paare ihre eleganten Wohlstandsmasken fallen und begeben sich in einen Streit, wobei die Koalitionen paarübergreifend wechseln. Einzig Alain fühlt sich letztlich in seiner Weltanschauung bestätigt. Er hat immer an den Gott des Gemetzels geglaubt.