Der Inhalt

"Oh, hätt' ich meiner Tochter nur geglaubt...", so beginnt der Bauer im Kerker zu lamentieren. Er erzählt, wie er auf seinem vom König gepachteten Acker einen Mörser, allerdings ohne den dazugehörigen Stößel, gefunden und seiner Tochter erklärt hat, dass er ihn dem König verkaufen wolle. Doch die Tochter warnte ihn: "Geh nicht zum König, sei kein Narr, er glaubt dir nicht was du erzählst und wird nur nach dem Stößel fragen und sagt, du seist ein Dieb, du hättest ihn gestohlen und dann..." - ja dann warf der König den Bauern tatsächlich in den Turm, wie die Tochter dies vorausgesehen hatte.

Das Geschrei macht den König neugierig und er befragt den Bauern nach seiner Tochter. Von den Prophezeiungen der "klugen Tochter" überrascht, befiehlt er dem Bauern, diese zu holen.

Nachdem der Bauer seine Tochter gebracht hat, stellt der König ihr drei Rätsel, die sie auch prompt und richtig löst. Darauf beschließt der König, die "Kluge" zur Frau zu nehmen.

Eines Tages wird ein ungewöhnlicher Streitfall vor den König gebracht: Der Besitzer eines Maulesels beansprucht ein Füllen für sich, das eine Eselin in der Nacht geboren hat, nur weil es näher beim Maulesel gelegen hat. Dabei bedient er sich der (natürlich falschen) Zeugenaussagen von drei Strolchen.

Doch der König ist so in das Zabelspiel mit seiner Frau vertieft, dass er den Betrug nicht durchschaut, noch nicht einmal, als der Eselmann erklärt, dass Maulesel überhaupt nicht werfen können. So teilt der König also dem Mauleselmann das Füllen zu.

Die Kluge jedoch lässt sich nicht täuschen und sie rät dem enttäuschten Eselmann heimlich, sich aufs trockene Land zu setzen und dort zu fischen. Als der König ihn entdeckt und nach dem Sinn fragt, antwortet der Eselmann: "Die Welt hat längst sich umgedreht: Maulesel kriegen jetzt die Jungen, und ist 'mal solch ein Wurf gelungen, was sollt' ich auf dem Land nit fischen?..."

Der König erkennt nun, dass eine solche List nur seine Frau erdacht haben kann. Da er weniger vernünftig als emotional veranlagt ist, schickt er seine Frau enttäuscht davon. Lediglich das ihr Liebste darf sie mitnehmen...

Andreas Döring