Der Komponist und die Autoren

Wolfgang Amadeus Mozart

Der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart (eigentlich Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart, er nannte sich in Italien von 1770 an Wolfgango Amadeo und von etwa 1777 an Wolfgang Amadè) wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Er war der Sohn des Violinisten, Komponisten und Lehrers Leopold Mozart und seiner Frau Anna Pertl.

Schon beim Kleinkind stellte der ehrgeizige Vater die außergewöhnliche musikalische Begabung fest, die er zielbewusst ohne Rücksicht auf die Gesundheit des Knaben förderte. Wolfgang begann als Dreijähriger Klavier zu spielen und begab sich bereits mit sechs Jahren, gemeinsam mit seiner elfjährigen Schwester Nannerl, auf Konzertreisen.

Zunächst besuchten sie München und Wien, wo das "Wunderkind" vor der kaiserlichen Familie auftreten durfte. Von 1763 an unternahmen Vater Leopold und Sohn Wolfgang eine dreieinhalbjährige Konzertreise durch Europa, auf der sie große Erfolge feierten. 1768 entstand Mozarts erster Opernversuch, das Singspiel "Bastien und Bastienne". Zwischen 1769 und 1773 folgten neun weitere Reisen durch Italien, jedoch mit zunehmend weniger Erfolgen. Die Zeiten zwischen den Reisen nutzte Mozart zum Komponieren.

Nach 1773 nahm er in Salzburg die Stellen als Hoforganist und Kaiserlicher Kammerkomponist an. Nach einem Zusammentreffen mit dem Fürsterzbischof in Wien, das mit einem Eklat endete, folgte am 8. Juli 1781 Mozarts endgültige Entlassung aus dem Salzburger Dienstverhältnis. Seine letzten zehn Lebensjahre als freier Musiker in Wien wurden durch permanente wirtschaftliche Not teuer erkauft. Mozart arbeitete als Musiklehrer, veranstaltete Konzerte mit eigenen Werken, bemühte sich mehrfach erfolglos um feste Anstellungen und befand sich trotz kaiserlichen Wohlwollens ständig in finanziellen Schwierigkeiten.

Am 1. Mai 1786 dirigierte Mozart die Uraufführung seiner ersten nicht auf Bestellung komponierten Oper: "Le nozze di Figaro" (Die Hochzeit des Figaro), die auch in Prag größten Erfolg errang. Zwei Tage zuvor, am 29. April 1786 hatte Mozart die Niederschrift vollendet! 1787 brachte er, ebenfalls in Prag, wo ihm seine Beliebtheit eine kurze glückliche Lebensperiode verschaffte, "Don Giovanni" heraus, dem 1790 als dritte Zusammenarbeit mit dem Textdichter Lorenzo da Ponte "Così fan tutte" folgte.

Insgesamt umfasst Mozarts kompositorisches Schaffen mehr als 600 Werke, darunter Orchester-, Klavier, Kammer-, Ballett-, Kirchenmusikwerke und natürlich Opern.

Mozarts letzte Auslandsreise führte ihn 1791 wieder nach Frankfurt am Main zur Kaiserkrönung von Leopold II. Im September 1791 fanden innerhalb weniger Wochen die Uraufführungen zweier stilistisch völlig unterschiedlicher Opern, der Seria "La clemenza di Tito" (Titus) und der großen deutschen Oper "Die Zauberflöte" statt. Doch die seit der Kindheit überanstrengte Gesundheit Mozarts war den Belastungen nicht mehr gewachsen.

Körperlich und psychisch schwer angeschlagen, komponierte er als letztes Werk das vom Grafen Franz von Walsegg-Stuppach anonym in Auftrag gegebene Requiem, das er nicht mehr vollendete. Am 5. Dezember 1791 starb Mozart in völliger Armut und wurde schlussendlich auf dem Wiener Friedhof Sankt Marx in einem Schachtgrab bestattet.

Lorenzo da Ponte

Lorenzo (eigentlich Emanuele Conegliano) da Ponte wurde am 10. März 1749 als Kind jüdischer Eltern in Ceneda (Venetien) geboren.

Da Ponte konvertierte, studierte unter anderem Theologie und wurde Priester. Außerdem war er Spion in venezianischen Diensten. 1779 wurde er aus Venedig, wo er mit Casanova befreundet war, wegen seines freien Lebenswandels verbannt und kam über Umwege an den Wiener Hof, wo er ab 1783 als Theaterdirektor arbeitete. Auf Empfehlung Antonio Salieris ernannte ihn Kaiser Joseph II. zum Hofdichter.

Bekannt wurde er durch seine Libretti zu Mozarts Opern "Le Nozze di Figaro", "Don Giovanni", und "Cosi fan tutte". Die Aufführung der Komödie ("Le mariage de Figaro ou la folle journée" ("Die Hochzeit des Figaro oder Der tolle Tag") von Beaumarchais wurde damals von Kaiser Joseph II. untersagt. Da Ponte aber erhielt die Erlaubnis, die Komödie zum Opertext umzuarbeiten.

1792 ging da Ponte zunächst nach London und später nach New York. Hier entstanden zwischen 1823 und 1827 seine Memoiren "Geschichte meines Lebens". Auch gründete er dort eine italienische Oper.

Ab 1825 lehrte er Sprache und Literatur am Columbia College.

Am 17. August 1838 starb Lorenzo da Ponte in New York.

Pierre Augustin Caron Beaumarchais

Pierre Augustin Caron, genannt "de Beaumarchais", wurde am 24. Januar 1732 in Paris geboren. Wie sein Vater erlernte er den Beruf des Uhrmachers und übte diesen am Hof Ludwigs XV. aus. 1756 konnte er durch die Heirat mit der Witwe eines Hofbeamten seinem ursprünglichen Namen Caron den Zusatz "Beaumarchais" hinzufügen. Darüber hinaus erkaufte er sich das Amt als Sekretär des Königs und war damit zur Führung eines Adelsprädikats berechtigt.

Beaumarchais war in Geheimangelegenheiten für Ludwig XV. und seinen Nachfolger Ludwig XVI. tätig. Zu seinen zahlreichen geheimen Missionen gehörte u.a. auch der Verkauf von Waffen an die amerikanischen Kolonien während des Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Zwischen 1775 und 1789 gehörte er zu den Herausgebern der ersten Gesamtausgabe der Werke Voltaires. Beaumarchais starb am 18. Mai 1799 in Paris.

Beaumarchais' Ruhm als Literat gründet sich auf den beiden Komödien "Le barbier de Seville ou la precaution inutile" (1775; "Der Barbier von Sevilla oder Die nutzlose Vorsicht") und "Le mariage de Figaro ou la folle journée" ("Die Hochzeit des Figaro oder Der tolle Tag") in denen er der klassischen Dienerrolle eine neue (dialogtragende) Funktion verlieh und die herrschende Klasse Frankreichs aus der Sicht des dritten Standes ironisch porträtierte und damit den sich verstärkenden Ressentiments gegen den Adel in den letzten Jahren vor der Französischen Revolution Ausdruck verlieh. Die beiden Lustspiele erzielten sehr großen Erfolg, nachdem 1784 das auf Anordnung Ludwigs XVI. ausgesprochene Verbot einer öffentlichen Aufführung von "Der Hochzeit des Figaro" in ganz Frankreich schließlich aufgehoben worden war.

Die beiden Stücke dienten als Vorlage für die Opern "Il Barbiere di Siviglia" (1816) von Gioacchino Rossini und "Le nozze di Figaro" (1786) von Wolfgang Amadeus Mozart.

Dajana Finke