Hugh Whitemore

Hugh Whitemore wurde am 16. Juni 1936 in Tunbridge Wells, England geboren. Er heiratete Jill Brook im Jahr 1961, von der er sich später scheiden ließ. In zweiter Ehe, aus der ein Sohn entsprang, ist er seit 1976 mit Sheila Lemon verheiratet.

Whitemore studierte Schauspiel an der Royal Academy of Dramatic Arts in London; mittlerweile gehört er dem Rat dieser Akademie an. Seine Karriere als Autor begann er im Fernsehen; er schrieb sowohl Fernsehspiele als auch Adaptionen von Klassikern der Literatur für das Fernsehprogramm, darunter Arbeiten von Charles Dickens, W. Somerset Maugham, Daphne Maurier und Charlotte Brontë. Er gewann zweimal einen Award der Writers' Guild of Great Britain. Außerdem ist er Mitglied in der Royal Society of Literatur, die 1820 von König George IV. gegründet wurde und deren Schirmherrin Königin Elizabeth II. ist.

Whitemore arbeitete auch für das US-amerikanische Fernsehen, dabei gewann er für die Drehbücher der Filme Concealed Enemies (1984) und The Gathering Storm (2002), der von Problemen in der Ehe Winston Churchills handelt, jeweils einen Emmy Award. Sein jüngstes Werk (2003) ist eine Bearbeitung der Novelle My House in Umbria fürs Fernsehen.

In seinen Theaterstücken konzentriert sich Hugh Whitemore vor allem auf historische Figuren. Stevie (1977) handelt vom Leben des englischen Schriftstellers Stevie Smith; im Spionage-Thriller Ein Haufen Lügen (1983), den Sie heute Abend sehen, geht es um die Geschehnisse, die zur Verhaftung der Krogers führten, einem amerikanischen Ehepaar, das für die Sowjetunion spionierte.

Whitemores bekannteste Arbeit ist das biografische Stück Alan Turing, das auf dem Wirken des gleichnamigen englischen Mathematikers beruht, der im Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Entzifferung der mit der Enigma verschlüsselten deutschen Funksprüche beteiligt war und der wegen seiner Homosexualität, die damals noch als Straftat galt, zur chemischen Kastration verurteilt wurde. Im Jahr 1996 lief im britischen TV eine Fernsehfassung dieses Dramas.

Tim Meier