Johann Schenk

Johann Baptist Schenk, wie sein voller Name war, lebte von 1753 bis 1836 in Wien, war also ein Zeitgenosse Mozarts. Nachdem er von 1774 bis 1777 Schüler von G. Chr. Wagenseil geworden war, wurde er selbst als Musiklehrer tätig. Dabei unterrichtete er um 1793 heimlich Ludwig van Beethoven. Heimlich deswegen, um den gleichzeitigen und anscheinend oberflächlichen Unterricht J. Haydns nicht bloßzustellen.

Größere Popularität errang er jedoch durch seine Singspiele, von denen "Der Dorfbarbier" das bedeutendste war. Wenngleich das Werk heute selten aufgeführt wird, findet man es doch in jedem Buch, das die Geschichte der deutschen Oper oder zumindest der komischen Oper beschreibt. Hier wird es stets im Zusammenhang mit Opern von Dittersdorf als Entwicklung einer neuen, süddeutschen neben einer norddeutschen Linie genannt.

Über den "Dorfbarbier" selbst ist bekannt, dass er sich auf ein altes Lustspiel gründet, das zunächst 1785 eine Bearbeitung zu einer Komödie erfuhr, bevor es 1796 in Wien mit Versen von Joseph Weidmann als komische Oper aufgeführt wurde. Aus diesem Grunde wurde auch auf dem damaligen Plakat mit dem deutlichen Hinweis auf den erfolgreichen Komödienvorgänger geworben - der Komponist hingegen, Johann Schenk, wird nur in kleinen Buchstaben am Rande erwähnt.

Wie man in den "Annals of Opera" nachlesen kann, folgten Inszenierungen auf jeder deutschen Bühne sowie Budapest, Prag, Moskau, Amsterdam, New York und Stockholm. Allein in Wien fanden weit über 300 Aufführungen statt. Als das Stück einmal abgesetzt werden sollte, sagte Adam auf Hochdeutsch im Trauerflor zu seinem Meister Lux: "Herr Lux, heute zum letzten Male werden Sie mir bitte alles in Güte sagen!" Die Zuschauer erkundigten sich nach dem Grund und protestierten anschließend erfolgreich gegen die Absetzung.

Berühmt wurde der Satz: "Ganz Europa verändert nach und nach seine Gesichtszüge, doch unser Dorfbarbier mit seinem langen Zopf rasiert noch immer lustig fort uns isst in aller Ruhe seinen Schinken."

Arne Kovac