William Shakespeare

Über Shakespeare und sein Leben ist uns nur wenig bekannt; vieles basiert auf Gerüchten und es gibt sogar Theorien, die bestreiten, dass Shakespeare der Autor der unter seinem Namen bekannten Werke ist, da sie trotz einer minderen Bildung Shakespeares ungeheuer vielseitiges Wissen enthalten. Bereits das genaue Geburtsdatum des in dem englischen Ort Stratford geborenen Dramatikers ist nicht überliefert. Allerdings ist der 26. April 1564 als sein Tauftag im Kirchenregister von Stratford-upon-Avon eingetragen. Heute wird sein Geburtstag häufig auf den 23. April 1564 datiert.

William war das dritte Kind und der erste Sohn seiner Eltern John Shakespeare und Mary Arden, die seit dem Jahre 1557 verheiratet waren und insgesamt acht Kinder in die Welt setzten. John Shakespeare genoss recht großes Ansehen als Landwirt und Händler; 1565 wurde er zum Stadtrat und später zum Stadtverwalter gewählt, was der heutigen Stellung eines Bürgermeisters entspricht.

William Shakespeare besuchte in seinem Geburtsort wahrscheinlich die Free Grammar School, wo er auch ein wenig Latein und noch weniger Griechisch lernte. 1582 heiratete er im Alter von 18 Jahren die ca. acht Jahre ältere Anne Hathaway; aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, Susanna sowie die Zwillinge Judith und Hamnet. Ihr einziger Sohn verstarb schon 1596 im Alter von 11 Jahren. Über den Zeitraum der achtziger Jahre des 16. Jahrhunderts ist so gut wie nichts zu Shakespeares Leben bekannt. Vermutlich schloss er sich aber 1586 einer reisenden Schauspielgruppe an und gelangte mit ihr nach London.

Seit 1592 war er in London Schauspieler, Regisseur und Bühnenautor; im Jahre 1598 war er als größter englischer Dramatiker bekannt. Als die Theater 1593 wegen der Ausbreitung der Pest schließen mussten und erst im Herbst 1594 wieder geöffnet wurden, organisierten sich die verschiedenen Schauspielgruppen neu. William Shakespeare war von nun an Mitglied der Lord Chamberlain's Men, der zu der Zeit erfolgreichsten Schauspielgruppe Londons, die auch in der Gunst der regierenden Königin Elisabeth I stand. Der damals beste Schauspieler Richard Burbage war ebenfalls Mitglied der Gruppe. Die Schauspieler waren im Besitz des Theaters The Globe, das im Jahre 1599 in London eröffnet wurde und schnell ein hohes Ansehen erlangte. Auch Shakespeare hatte Anteil an dem Theater, in dem auch viele seiner Dramen aufgeführt wurden. Im Laufe seiner Wirkungszeit in London verschaffte er sich ein hohes Ansehen, sowie ein ausreichendes Vermögen. Dieses zeigte sich zum einen an dem 1596 bewilligten Familienwappen, das nun an Shakespeares Denkmal in der Kirche zu Stratford hängt, sowie an dem Kauf eines großen Hauses am Rande von Stratford, wohin er sich vermutlich um das Jahr 1611 zurückzog.

Am 25. März 1616 unterschrieb er sein Testament, in dem er einen großen Teil seines Vermögens dem Sohn seiner ältesten Tochter Susanna vermachte und den Rest an seine zweite Tochter sowie seine Frau vererbte. William Shakespeare starb am 23. April 1616. Er liegt vor dem Altar der Kirche zu Stratford begraben, wo auch sein Denkmal steht.

Bis heute ist keine einzige Zeile seiner Handschrift gefunden worden; der Shakespeare-Forschung dient vor allem die Folio-Ausgabe von 1623 als Grundlage. Die von Shakespeares Schauspielerkollegen John Heminge und Henry Gondell herausgegebene Sammlung enthält 14 Komödien, 10 Königsdramen, sowie 12 Tragödien. Neben diesen Werken hat Shakespeare außerdem zahlreiche Sonette verfasst. Durch die Übersetzungen von Schlegel und Tieck in der Zeit von 1794 bis 1833 wurden Shakespeares Dramen auch der deutschen Theaterlandschaft zugänglich; sie wurden im 20. Jahrhundert zu den meistgespielten Stücken auf deutschen Bühnen.

Claudia Rupp