Die Autoren und Komponisten

Rudi Carrell

Rudi Carrell wurde am 19. Dezember 1934 in Alkmaar, Niederlande, geboren.

Er hatte im niederländischen und deutschen Fernsehen Shows, darunter die bedeutendste Unterhaltungsshow der 1970er Jahre im deutschen Fernsehen, Am laufenden Band. Er lebte seit 1965 mit Unterbrechungen in Deutschland.

Rudi Carrell lernte bereits früh, die breite Masse anzusprechen, ein Programm zu machen, das so vielen Menschen wie möglich Freude bereitet. Carrell bevorzugte kleine und schnelle Gags, lieber jede Minute ein Lächeln anstatt ein langatmiger Sketch von 10 Minuten mit nur einem großen Lacher am Ende. Schon bei seiner ersten Show im Fernsehen legte Carrell Wert auf optische Gags. Diesen Grundsatz hielt er bis zu seinem Lebensende bei. Dies half ihm auch zu Beginn der Rudi Carrell Show in Deutschland, als seine Kenntnisse der deutschen Sprache noch eingeschränkt waren. Zu seinen Ratgebern zählten Leslie Roberts, mit dem er bis Ende der 1980er Jahre zusammenarbeitete, sowie Dick Harris, der lange Jahre Carrells Manager war.

Wenn Carrell ins Studio kam, war er stets perfekt vorbereitet. Dies erwartete er von seinen Mitarbeitern ebenso, sonst konnte er sich extrem aufregen. Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur war grundsätzlich problematisch, und auch bei den übrigen Mitarbeitern hatte er die Vorstellung, ihnen erklären zu müssen, wie sie ihre Arbeit zu verrichten haben. Carrells Berater Leslie Roberts war von Beschimpfungen aber grundsätzlich ausgenommen. Unter den Mitarbeiter sprach man davon, dass bei Carrell das Drehbuch erst einen Tag nach der Sendung fertig sei. Wenn sich bei den Proben zeigte, dass etwas noch verbessert werden konnte, dann änderte es Carrell, so dass bis zur letzten Minute noch etwas umgestellt werden konnte.

Rudi Carrell verstarb am 7. Juli 2006 in Bremen.

Heinz Erhardt

Heinz Erhardt wurde am 20. Februar 1909 in Riga geboren. Er war Komiker, Musiker, Komponist, Unterhaltungskünstler, Schauspieler und Dichter.

Er wuchs größtenteils bei seinen Großeltern mütterlicherseits in der späteren lettischen Hauptstadt Riga auf, wo sein Großvater Paul Neldner ein Musikhaus führte. Über seinen Großvater kam Heinz Erhardt zum Klavierspiel. 1924 bis 1926 besuchte er das Deutsche Gymnasium in Riga, wo er an einer Laienspielgruppe teilnahm. Von 1926 bis 1928 besuchte er das Konservatorium in Leipzig und studierte dort Klavier und Komposition. Erhardts Jugendtraum, Pianist zu werden, wurde aber von den Großeltern nicht unterstützt. Sein Großvater wollte, dass Erhardt eine kaufmännische Ausbildung erhielt und stellte ihn als Lehrling in seinem Musikhaus ein. Dort arbeitete er bis 1938. Während seiner Zeit in Riga trat er auch mit selbst komponierten und komischen Texten und Liedern in den Kaffeehäusern der Stadt auf.

1935 heiratete Heinz Erhardt die Tochter des ehemaligen italienischen Konsuls in Sankt Petersburg, Gilda Zanetti, die er, wie er schreibt, in einem Aufzug kennengelernt hatte. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Während des Krieges schrieb er Friedensgedichte. Nach dem Krieg ließ sich Erhardt mit seiner Familie in Hamburg-Wellingsbüttel nieder und arbeitete als Radiomoderator beim NWDR. Seine größten Erfolge feierte er ab 1957 im Kino als Hauptfigur in Filmkomödien wie Der müde Theodor, Witwer mit fünf Töchtern, Der Haustyrann, Immer die Radfahrer, Natürlich die Autofahrer und Was ist denn bloß mit Willi los?.

Erhardts Humor baut in erster Linie auf Wortspielen und verdrehten Redewendungen auf. Berühmt ist Heinz Erhardt auch für seine zahlreichen witzigen Gedichte. Seine Darbietungen schlossen Klavierspiel, Intonierung und Tanz, meist im kleinen Format, mit ein, was sein Profil als Alleinunterhalter abrundete.

Ab Ende der 1960er Jahre verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Am 11. Dezember 1971 erlitt Erhardt einen Schlaganfall, bei dem das Sprachzentrum seines Gehirns derart in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass er zwar lesen und verstehen, aber nicht mehr sprechen und schreiben konnte. Bedingt durch diese Aphasie zog er sich weitgehend ins Privatleben zurück. 1978/1979 arbeitete Heinz Erhardt mit seinem Sohn Gero Erhardt an der Fernsehfassung seiner komischen Oper Noch 'ne Oper, die er bereits in den 1930er Jahren geschrieben hatte. Heinz Erhardts Stimme wurde aus früheren Rundfunkaufnahmen hinzugemischt; in kurzen, eingeblendeten Szenen war Erhardt selbst als amüsierter Dichter in einem Park auf einer Bank sitzend zu sehen.

Heinz Erhardt verstarb am 5. Juni 1979 in Hamburg.

Peter Frankenfeld

Peter Frankenfeld wurde am 31. Mai 1913 in Berlin-Kreuzberg als Willi Julius August Frankenfeldt geboren. Er war ein Schauspieler, Sänger und Entertainer, der die deutsche Radio und Fernsehunterhaltung nachhaltig prägte.

Frankenfeld begann seine Karriere an Berliner Varietés und wurde in den 1950er Jahren durch das Radio in ganz Deutschland bekannt. Er schuf mit 1:0 für Sie die erste Spielshow im deutschen Fernsehen, der weitere folgten. In den 1960er Jahren sorgte er mit Vergißmeinnicht für die erfolgreichste Show des gerade erst gegründeten ZDF und hatte damit wesentlichen Anteil am Aufstieg dieser Sendeanstalt. Dennoch wurde die Sendereihe 1970 eingestellt, so dass er sich einige Zeit mit Gastauftritten begnügen musste, bis er die Musikrevue Musik ist Trumpf bekam, die er bis zu seinem Lebensende mit großem Erfolg präsentierte. Während der gesamten Fernsehzeit blieb er auch dem Hörfunk treu und ging häufig auf Tournee.

Frankenfeld legte Wert auf Ordnung und sprach stets davon, dass er es nicht möge, wenn es auf seinem Schreibtisch aussehe wie im Rucksack von Hermann Löns. Er hatte all seine Bücher katalogisiert und ein ebenso geordnetes Witzarchiv. Er mutete seinen Kandidaten keine Spiele zu, die er nicht selbst getestet hatte, und Darbietungen wurden so lange geprobt, bis sie perfekt gelangen. Beispielsweise erforderte der bekannte Sketch zur Zubereitung einer Bowle mehrtägiges Wasser-Vergießen in der eigenen Küche. Sein Perfektionismus zeigte sich auch darin, dass Frankenfeld nahezu alle Dialekte der deutschen Sprache einwandfrei imitieren konnte.

Er verstarb am 4. Januar 1979 in Hamburg.

Rainald Grebe

Rainald Grebe wurde am 14. April 1971 in Köln geboren. Er ist ein deutscher Liedermacher, Schauspieler, Kabarettist und Autor.

Rainald Grebe wuchs in Frechen bei Köln auf. Nach dem Abitur im Juni 1990 leistete er seinen Zivildienst in einer psychiatrischen Klinik ab und begab sich danach als Straßenkünstler nach Berlin. Ab dem Wintersemester 1993 studierte Grebe an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. 1997 schloss er das Studium mit einem Diplom im Fach Puppenspiel ab. Rainald Grebe nahm im Jahr 2000 den Beruf des Dramaturgen, Schauspielers und Regisseurs am Theaterhaus in Jena auf.

Thomas Hermanns produzierte 2002 mit Grebe eine eigene Varietéshow namens Immer wieder Sonntags im Hamburger Schauspielhaus. Seither tritt Rainald Grebe regelmäßig in Fernsehsendungen wie dem Quatsch Comedy Club in Berlin oder der Comedysendung Nightwash auf.

2013 hat Rainald Grebe am Schauspielhaus Hannover einen Vertrag für drei Jahre unterschrieben. Er wird dort unter dem Titel Das Anadigi Ding ein Projekt zum digitalen Leben als theatrale Langzeitstudie inszenieren.

Georg Kreisler

Georg Kreisler, 1922 geboren, studierte in Wien noch Klavier, Violine und Musiktheorie, bevor er 1938 mit seiner Familie in die USA emigrieren musste. In Hollywood arbeitete er als Filmmusiker und studierte weiter an der University of Southern California (dirigieren, komponieren und orchestrieren). Von 1942 bis 1945 an leistete er seinen Dienst in der US-Army ab, wobei er ab 1944 als Dolmetscher in Europa tätig war. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging er wieder nach Hollywood, wo er u. a. mit Charly Chaplin zusammenarbeitete. Bis 1955 war er Chansonier in New Yorker Nachtlokalen, Komponist für Rundfunk und Fernsehen.

Schließlich kehrte er nach Wien zurück. Dort hatte er Auftritte in der Marietta-Bar und arbeitete 1956 zusammen mit Gerhard Bronner im Intimen Theater, wo gemeinsam mit Carl Merz, Helmut Qualtinger, Peter Wehle und Louise Martini das Programm Blattl vorm Mund entstand und damit eine Art neues Wiener Kabarett begründet wurde.

1958 siedelte er mit seiner damaligen Frau Topsy Küppers nach München, 1975 schließlich nach West-Berlin. Zu ihren gemeinsamen Programmen gehörten u.a.: Zwei alte Tanten tanzen Tango (1961), Protest nach Noten (1968) und das Theaterstück Heute abend – Lola Blau, das 1971 im Theater im Konzerthaus in Wien Premiere hatte. Es folgte die Trennung von Topsy Küppers, und daraufhin Tourneen mit Soloprogrammen.

Ab 1977 feierte er Auftritte mit Barbara Peters – seiner späteren Ehefrau – in Programmen wie Rette sich, wer kann (1977), Alte Lieder rosten nicht (1983) oder Wenn die schwarzen Lieder wieder blühn (1987). Populär wurde er mit seinen makaber-grotesken Liedern der Gattung schwarzer Humor (Der guate alte Franz, 1962) und durch seine zahlreichen Auftritte in Rundfunk und Fernsehen. Von seinen mehr als 600 Chansons erschienen viele in Textsammlungen, z. B. Seltsame Gesänge 1963, Nichtarische Arien 1967 oder Taubenvergiften für Fortgeschrittene 1983. Seine Autobiographie veröffentlichte Kreisler 1989 unter dem Titel Die alten bösen Lieder.

Am 22. November 2011 starb Georg Kreisler im Alter von 89 Jahren in Salzburg.

Frederick Loewe

Frederick Loewe wurde am 10. Juni 1901 in Berlin als Friedrich Löwe geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend bei seiner Mutter in Berlin, während sein österreichischer Vater Edmund Löwe als Sänger und Schauspieler durch die Welt reiste. Loewe studierte bei Ferruccio Busoni und Eugene d'Albert, trat bereits als Zehnjähriger mit den Berliner Philharmonikern als Pianist auf und war schon mit 15 Jahren Schlagerkomponist. 1924 folgte er seinem Vater nach New York. Dort hielt er sich mit kleineren Jobs und als Pianist in Nachtclubs, Bierhallen und Bars über Wasser. Mitte der 1930er-Jahre lernte er den Schriftsteller Earle Crooker kennen, mit dem er seine ersten Musicals schrieb.

Im Jahr 1942 begann die kongeniale Zusammenarbeit von Loewe, dessen bisheriger Partner zur Navy eingezogen worden war, und Alan Jay Lerner mit der Show Life of the Party in Detroit. Mit What's Up hatten sie 1943 ihren ersten gemeinsamen Musicalerfolg, es folgten 1947 Brigadoon sowie 1951 Paint Your Wagon. Zu ihrem größten Erfolg wurde schließlich My Fair Lady (1956), das allein am Broadway 2.717 Mal gespielt wurde. Nach den Schwierigkeiten mit dem gemeinsamen Camelot-Projekt im Jahr 1960 zog sich Loewe aus dem Showgeschäft zurück, verweigerte Lerner sogar die Zusammenarbeit, als dieser 1973 aus dem Film Gigi eine Bühnenshow machen wollte. Nach einem Herzanfall zog sich Frederick Loewe nach Palm Springs zurück, wo er am 14. Februar 1988 verstarb.

Loriot

Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren. Er besuchte von 1934 bis 1941 das Humanistische Gymnasium Berlin und Stuttgart, von 1947 bis 1949 die Kunstakademie Hamburg. Seit 1950 zeichnete er Cartoons für den Stern und legte sich den Künstlernamen Loriot zu, welcher die französische Bezeichnung des Wappentiers seiner Familie, des Pirols, ist. Seit 1953 schreibt er verschiedene Bücher und war 1967 in der TV-Serie Cartoon erstmals als Autor und Schauspieler für das Fernsehen tätig.

1968 wurde ihm der Adolf-Grimme-Preis verliehen, 1969 bekam er die Goldene Kamera. 1971 entwarf er für die Aktion Sorgenkind den TV-Hund Wum und war seit 1976 als Autor, Hauptdarsteller und Regisseur in der Serie Loriot erneut bildschirmpräsent, wodurch seine zahlreichen Sketche bekannt wurden. 1978 wurde ihm erneut die Goldene Kamera verliehen. Zahlreiche weitere Preise zieren seine einzigartige Karriere. Ein weiterer Höhepunkt war sicherlich 1985/86 die Inszenierung der Oper Martha an der Staatsoper Stuttgart, bei der der beliebte Künstler für Regie, Bühnenbild und Kostüm verantwortlich zeichnete.

1988 feierte dann sein erster Kinofilm Ödipussi Premiere, in dem er wieder Autor, Regisseur und Hauptdarsteller war. 1991 folgte dann sein zweiter Spielfilm Pappa ante portas, in dem er natürlich auch als Autor, Regisseur und in der Hauptrolle in Erscheinung trat. Auch zu seinem 80. Geburtstag 2003 ließ es sich der Grand Senior des feinsinnigen Humors nicht nehmen, eine eigene Geburtstagssendung zu kreieren.

Vicco von Bülow starb am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See.

Hans-Joachim Preil

Der Autor, Schauspieler und Komiker Hans-Joachim Preil wurde am 26. Juni 1923 in Köslin geboren. Preil hat nach dem Zweiten Weltkrieg durch seine Tätigkeit und sein Engagement im kulturellen Bereich viel für die Bürger der DDR getan. Seine Sketche und Sendungen waren für viele DDR-Bürger immer „Pflichtprogramm“. Zusammen mit seinem Freund und Kollegen Rolf Herricht bildete er das legendäre Komikerduo und war aus der DDR-Kultur nicht wegzudenken. Herricht gab den Liebenswürdig-Naiven, Preil dagegen durfte den ewig meckernden, besserwisserischen Oberlehrer spielen.

Über seine Sketche hinaus schrieb Preil zahlreiche Bühnenstücke, inszenierte Shows für den Friedrichspalast und gehörte 30 Jahre dem Ensemble des DDR-Fernsehens an. Nach dem Tod Herrichts im Jahre 1981 jedoch zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Als Autor sämtlicher Sketche von Herricht und Preil verstand er es mit seinen Wortwitzen, die Menschen zum Lachen zu bringen. Die inzwischen auf CD gebrannten Wortduelle haben auch noch heute ihre treue Fangemeinde. Hans-Joachim Preil verstarb schließlich am 2. November 1999 an Herzversagen.

Richard M. Sherman und Robert B. Sherman

Die Brüder Robert Bernard Sherman (* 19. Dezember 1925 in New York, † 5. März 2012 in London) und Richard Morton Sherman (* 12. Juni 1928 in New York) waren ein US-amerikanisches Komponisten-Duo der mittleren 1950er bis zu den frühen 1970er Jahren.

Sie sind vor allem bekannt für ihre Zusammenarbeit mit Walt Disney, für dessen Filme sie zahlreiche Lieder und Filmmusiken schrieben. Am erfolgreichsten waren das Film- und spätere Bühnenmusical Mary Poppins und der Musical-Zeichentrickfilm Das Dschungelbuch. Sie komponierten aber auch die Lieder für das Filmmusical Tschitti Tschitti Bäng Bäng.

Die Sherman-Brüder komponierten Swing und Jazz sowie Country- und Volkslieder. Die meisten Lieder, die sie komponierten, waren für Filme gedacht.

Thomas Krieger