Die Autoren und Komponisten

Milton Ager

Milton Ager wurde am 6. Oktober 1893 in Chicago geboren. Er begann im Jahr 1900, nachdem ihm seine Schwester ein Klavier gekauft hatte, autodidaktisch mit dem Klavierspiel. 1907 verließ er mit Abschluss die McKinley High School in New York City und arbeitete zunächst als Pausenpianist in Filmtheatern und im Vaudeville.

1914 begann Ager, Songs zu arrangierenund zu komponieren. Anfang der 1920er Jahre traf er den Liedtexter Jack Yellen, mit dem erste Hiterfolge entstanden. 1927 kamen fünf Songs der beiden in die Hitparaden. Der größte Hit ihrer Zusammenarbeit wurde der Song Ain't She Sweet, der in den frühen 1960ern von den Beatles gecovert wurde. 1929 zogen Ager und Yellen nach Hollywood, wo sie I'm the Last of the Red Hot Mamas für den Film Hony Tonk (1929) schrieben. Nach dem Titelsong für den Film Glad Rag Doll und dem Hit Happy Days Are Here Again (1928, in Deutschland bekannt als Wochenend und Sonnenschein) trennte sich das Team Ager/Yellen.

Nach Filmmusiken zu Filmen wie Der Jazzkönig (1930) und Napoleon vom Broadway (1934) setzte sich Ager 1944 zur Ruhe. 1972 wurde er in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen.

Ager war von 1922 bis zu seinem Tod mit der Filmkritikerin und Journalistin Cecelia Ager verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Er starb am 6. Mai 1979 in Los Angeles.

Charles Amberg

Charles Amberg wurde am 8. Dezember 1894 in Kessenich als Karl Amberg geboren.

Amberg schrieb Operetten- und Schlagertexte. Eines seiner erfolgreichsten Werke ist das Libretto zur Operette Clivia von Nico Dostal. In den 1920er Jahren schrieb er diverse Texte für die berühmten Haller-Revuen.

Mit Fred Raymond arbeitete Ambergbei diversen Revuen und Schlagernzusammen. Viele seiner Schlagertextewurden von Künstlern wie Hans Albers oder den Comedian Harmonists interpretiert. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Gib mir den letzten Abschiedskuss, Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche und der deutsche Text von Wochenend und Sonnenschein.

Während des Zweiten Weltkriegeswar Amberg im KZ Neuengamme inhaftiert. Das von Amberg komponierte Lied vom alten Eisenbahner wurde im Lager auf einer Weihnachtsfeier 1944 von Erwin Geschonneck uraufgeführt. Obwohl das Totenbuch des KZ Neuengamme seinen Tod für den 30. November 1944 vermerkt, überlebte er die KZ-Haft und starb am 15. August 1946 in Berlin.

Luigi Bernauer

Luigi Bernauer wurde am 1. Oktober 1899 in Wien als Ludwig Bernhuber geboren.

Nach dem Ersten Weltkrieg wandte sich Bernauer, der eigentlich einen kaufmännischen Beruf ergreifen wollte, der Musik zu. Er trat in Wiener Kabaretts auf und wurde im Verlauf der 1920er und 1930er Jahre zu einem beliebten Rundfunk- und Schallplattensänger. Bernauer beherrschte das gesamte damalige internationale Schlagerrepertoire und hinterließ unzählige Aufnahmen. Dabei nutzte er unter anderem den Künstlernamen Fred Lustig. Bernauers Aufnahmen sind teilweise Filmschauspielern bei deren Gesangspartien unterlegt worden.

Neben seiner Gesangskarriere komponierte er auch Songs - darunter eines der bekanntesten Wiener Lieder der späten 1930er Jahre Die alte Zahnradbahn.

Während des Zweiten Weltkrieges wirkte er häufig bei der Truppenbetreuung mit. Er starb am 11. Januar 1945 in Oslo auf einer solchen Tournee.

Willy Engel-Berger

Willy Engel-Berger wurde am 26. August 1890 in Bonn geboren. Nach einem Studium klassischer Musik leitete er eine Kapelle, die auf Schiffen der Hamburg-Amerika-Linie die internationalen Passagiere unterhielt. Später arbeitete er in Wien und Berlinals Barpianist und befasste sich mit Tanzmusik, Ragtime und Foxtrott.

Als Komponist gelangen ihm erste Erfolge mit den Operetten Die Bojarenbraut (1925) und Bubi (1929), mit Schlagern wie Pst - die kleine Gretel will jetzt schlafen und In der Bar zum Krokodil sowie mit Tonfilmliedern wie Stern von Rio oder In Hamburg an der Elbe (1920).

Von 1930 bis 1946 war Engel-Berger an etwa 15 Filmproduktionen in Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und Ungarn als musikalischer Leiter oder Komponist beteiligt. Er prägte die ersten beiden Jahrzehnte des deutschen Tonfilms mit.

Sein letzter Film war 1946 Der weite Weg, der erste Nachkriegsspielfilm in Österreich. Seinen Wunsch, sich der Kirchenmusik zuzuwenden, konnte er nicht mehr umsetzen. Willy Engel-Berger starb am 28. August 1946 56-jährig geistig erkrankt in Wien.

Heinz Erhardt

Heinz Erhardt wurde am 20. Februar 1909 in Riga geboren.

Er wuchs größtenteils bei seinen Großeltern mütterlicherseits in Riga auf, wo sein Großvater Paul Neldner ein Musikhaus führte. Über seinen Großvater kam Heinz Erhardt zum Klavierspiel. 1924 bis 1926 besuchte er das Deutsche Gymnasium in Riga, wo er an einer Laienspielgruppe teilnahm. Von 1926 bis 1928 besuchte er das Konservatorium in Leipzig und studierte dort Klavier und Komposition. Erhardts Jugendtraum, Pianist zu werden, wurde aber von den Großeltern nicht unterstützt. Sein Großvater wollte, dass Erhardt eine kaufmännische Ausbildung erhielt, und stellte ihn als Lehrling in seinem Musikhaus ein. Dort arbeitete er bis 1938. Während seiner Zeit in Riga trat er auch mit selbst komponiertenund komischen Texten und Liedern in den Kaffeehäusern der Stadt auf.

1935 heiratete Heinz Erhardt die Tochter des ehemaligen italienischen Konsuls in Sankt Petersburg, Gilda Zanetti, die er, wie er schreibt, in einem Aufzug kennengelernt hatte. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Während des Krieges schrieb er Friedensgedichte. Nach dem Krieg ließ sich Erhardt mit seiner Familie in Hamburg-Wellingsbüttel nieder und arbeitete als Radiomoderator beim NWDR. Seine größten Erfolge feierte er ab 1957 im Kino als Hauptfigur in zahlreichen Filmkomödien.

Erhardts Humor baut in erster Linie auf Wortspielen und verdrehten Redewendungen auf. Berühmt ist Heinz Erhardt auch für seine zahlreichen witzigen Gedichte. Seine Darbietungen schlossen Klavierspiel, Intonierung und Tanz, meist im kleinen Format, mit ein, was sein Profil als Alleinunterhalter abrundete.

Ab Ende der 1960er Jahre verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Am 11. Dezember 1971 erlitt Erhardt einen Schlaganfall, bei dem das Sprachzentrum seines Gehirns derart in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass er zwar lesen und verstehen, aber nicht mehr sprechen und schreiben konnte. Bedingt durch diese Aphasie zog er sich weitgehend ins Privatleben zurück. 1978/1979 arbeitete Heinz Erhardt mit seinem Sohn Gero Erhardt an der Fernsehfassung seiner komischen Oper Noch'ne Oper, die er bereits in den 1930er Jahren geschrieben hatte. Heinz Erhardts Stimme wurde aus früheren Rundfunkaufnahmen hinzugemischt; in kurzen, eingeblendeten Szenen war Erhardt selbst als amüsierter Dichter in einem Park auf einer Bank sitzend zu sehen.

Heinz Erhardt verstarb am 5. Juni 1979 in Hamburg.

Peter Frankenfeld

Peter Frankenfeld wurde am 31. Mai 1913 in Berlin-Kreuzberg als Willi Julius August Frankenfeldt geboren.

Frankenfeld begann seine Karriere an Berliner Varietés und wurde in den 1950er Jahren durch das Radio in ganz Deutschland bekannt. Er schuf mit 1:0 für Sie die erste Spielshow im deutschen Fernsehen, der weitere folgten. In den 1960er Jahren sorgte er mit Vergißmeinnicht für die erfolgreichste Show des gerade erst gegründeten ZDF und hatte damit wesentlichen Anteil am Aufstieg dieser Sendeanstalt. Dennoch wurde die Sendereihe 1970 eingestellt, so dass er sich einige Zeit mit Gastauftritten begnügen musste, bis er die Musikrevue Musik ist Trumpf bekam, die er bis zu seinem Lebensende mit großem Erfolg präsentierte. Während der gesamten Fernsehzeit blieb er auch dem Hörfunk treu und ging häufig auf Tournee.

Frankenfeld legte Wert auf Ordnung und sprach stets davon, dass er es nicht möge, wenn es auf seinem Schreibtisch aussehe wie im Rucksack von Hermann Löns. Er hatte all seine Bücher katalogisiert und ein ebenso geordnetes Witzarchiv. Er mutete seinen Kandidaten keine Spiele zu, die er nicht selbst getestet hatte, und Darbietungen wurden so lange geprobt, bis sie perfekt gelangen. Beispielsweise erforderte der bekannte Sketch zur Zubereitung einer Bowle mehrtägiges Wasser-Vergießen in der eigenen Küche. Sein Perfektionismus zeigte sich auch darin, dass Frankenfeld nahezu alle Dialekte der deutschen Sprache einwandfrei imitieren konnte.

Er verstarb am 4. Januar 1979 in Hamburg.

Thomas Freitag

Thomas Freitag wurde am 17. Juni 1950 in Alsfeld in Hessen geboren.

Nach dem Abschluss einer Lehre zum Bankkaufmann und anschließendem Schauspielunterricht bei Carlo Fuß erhielt Freitag im Jahre 1974 am Stuttgarter Renitenztheater sein erstes Engagement als Schauspieler und Kabarettist. Von 1975 bis 1976 war er Mitglied des Ensembles am Stadttheater Gießen. Als Solokabarettist trat er erstmals 1976 auf. Zwischen 1977 und 1986 war er Ensemblemitglied am Düsseldorfer Kom(m)-ödchen. Seitdem ist er mit Soloprogrammen unterwegs und bekannt für seine gelungenen Parodien von Willy Brandt, Herbert Wehner, Franz Josef Strauß, Helmut Kohl und Marcel Reich-Ranicki.

Freitag tritt und trat auch in zahlreichen Fernsehsendungen auf und spielte in Fernsehfilmen und -serien mit. Seine in der Sendung Scheibenwischer gesendete Parodie auf Herbert Wehner anlässlich dessen Ausscheidens aus dem Bundestag 1983 wurde zu einem bekannten Klassiker.

Martina Hill

Martina Hill wurde am 14. Juli 1974 als Tochter einer Krankenschwester und eines U-Bahn-Fahrers in Berlin-Wedding geboren, wo sie auch aufwuchs.

Sie absolvierte ihre Schauspielausbildung am Theaterstudio Berlin; dort spielte sie auch in mehreren Theaterstücken mit. Ab 1998 war sie als Hörfunksprecherin bei verschiedenen Berliner Radiosendungen tätig. Seit 2003 ist sie in verschiedenen Fernsehproduktionen zu sehen. Einem breiten Publikum wurde Hill als Darstellerin in der ProSieben-Comedy-Serie Switch reloaded bekannt, in der sie unter anderem Heidi Klum, Angela Merkel, Bill Kaulitz, Anja Kohl, Daniela Katzenberger, Gundula Gause, Katja Burkard und Lena Meyer-Landrut parodierte.

Seit 2009 ist Hill in der ZDF-Satiresendung heute-show und seit 2012 als Hauptdarstellerin der auf Sat.1 ausgestrahlten Sketch-Comedy Knallerfrauen zu sehen. Daneben ist sie auch als Synchronsprecherin tätig. Sie gewann zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrfach den Deutschen Comedypreis als Beste Schauspielerin.

Diether Krebs

Diether Krebs wurde am 11. August 1947 in Essen geboren.

Während seiner Schulzeit am Humboldt-Gymnasium in Essen sammelte Krebs erste Theatererfahrungen. Er absolvierte eine Schauspielausbildung an der Folkwangschule in Essen-Werden und hatte sein erstes Engagement am Theater Oberhausen.

Zunächst profilierte er sich auf kleinen Theaterbühnen und wirkte in verschiedenen Kino- und Fernsehfilmen mit, ehe er dann in den 1970er-Jahren mit seiner Rolle in der Serie Ein Herz und eine Seele zum Durchbruch kam. Als Schwiegersohn von Ekel Alfred, den Heinz Schubert spielte, bot er diesem immer wieder Paroli. Dabei bewies Krebs sein komisches Talent, das zur Grundlage seiner ansehnlichen Fernsehkarriere werden sollte. Mit der Serie Sketchup, in der er zwischen 1983 und 1986 an der Seite von Beatrice Richter und Iris Berben für die ARD vor der Kamera stand, eroberte er erneut die Zuneigung der deutschen Fernsehzuschauer. Voll daneben schließlich, die Comedyserie, die 1991 und 1997 im Ersten gezeigt wurde, war ein weiterer Höhepunkt in der Karriere des Fernsehkomikers. Zuletzt war er im Fernsehen in Der Dicke und der Belgier zusammen mit Cary Goosens zu sehen.

Diether Krebs verstand sich jedoch auch auf ernstere Rollen. Als ein wenig zerzauster, oft mampfender Kommissar war er zwischen 1977 und 1984 in über einhundert Folgen der Krimiserie SOKO 5113 zu sehen. Ein Gastspiel als Tatort-Kommissar und verschiedene Rollen als Fernseh-Bösewicht machten deutlich, dass er als Schauspieler durchaus ernst zu nehmen war.

Diether Krebs starb am 4. Januar 2000 im Alter von zweiundfünfzig Jahren in Hamburg.

Georg Kreisler

Georg Kreisler, 1922 geboren, studierte in Wien noch Klavier, Violine und Musiktheorie, bevor er 1938 mit seiner Familie in die USA emigrieren musste. In Hollywood arbeitete er als Filmmusiker und studierte weiter an der University of Southern California dirigieren, komponieren und orchestrieren. Von 1942 bis 1945 an leistete er seinen Dienst in der US-Army ab, wobei er ab 1944 als Dolmetscher in Europa tätig war. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging er wieder nach Hollywood, wo er u. a. mit Charly Chaplin zusammenarbeitete. Bis 1955 war er Chansonier in New Yorker Nachtlokalen, Komponist für Rundfunk und Fernsehen.

Schließlich kehrte er nach Wien zurück. Dort hatte er Auftritte in der Marietta-Bar und arbeitete 1956 zusammen mit Gerhard Bronner im Intimen Theater, wo gemeinsam mit Carl Merz, Helmut Qualtinger, Peter Wehle und Louise Martini das Programm Blattl vorm Mund entstand und damit eine Art neues Wiener Kabarett begründet wurde.

1958 siedelte er mit seiner damaligen Frau Topsy Küppers nach München, 1975 schließlich nach West-Berlin. Es folgte die Trennung von Topsy Küppers. Ab 1977 feierte er Auftritte mit Barbara Peters - seiner späteren Ehefrau. Populär wurde er mit seinen makaber-grotesken Liedern der Gattung schwarzer Humor und durch seine zahlreichen Auftritte in Rundfunk und Fernsehen, die bis zu seinem Tod andauerten. Von seinen mehr als 600 Chansons erschienen viele in Textsammlungen.

Am 22. November 2011 starb Georg Kreisler im Alter von 89 Jahren in Salzburg.

Fritz Löhner-Beda

Fritz Löhner-Beda wurde am 24. Juni 1883 in Wildenschwert als Bedrich Löwy geboren. Im Jahr 1888 zog die Familie Löwy nach Wien und änderte 1896 ihren Namen in Löhner.

Fritz Löhner studierte nach der Matura am Wiener Gymnasium Kundmanngasse an der Wiener Universität Rechtswissenschaften bis zur Promotion und arbeitete ab 1908 auch einige Zeit in einer Wiener Anwaltskanzlei.

1910 wurde er freier Schriftsteller. Seine Leidenschaft galt der "leichten Dichtkunst". Satiren, Sketche, Gedichte und Schlagertexte sowie zahlreiche Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften schrieb er oft unter dem Pseudonym "Beda", der Kurzform von "Bedrich". 1913 begegnete er Franz Lehár und schrieb 1916 für diesen das Operettenlibretto zu Der Sterngucker.

1918 heiratete Löhner Anna Akselradi, mit der er einen Sohn hatte, der bei der Mutter aufwuchs. Die Ehe wurde 1925 geschieden. Im gleichen Jahr heiratete er Helene Jellinek und hatte mit ihr zwei Töchter.

In den 1920er-Jahren wurde Löhner zu einem der meistgefragten Librettisten und Schlagertexter Wiens. Auf Vermittlung seiner damaligen Freundin Friedl Weiss verhalf er 1922 Hans Moser zu seinem Durchbruch als Schauspieler in Wien, indem er für ihn auf seine Bitte hin den Solo-Einakter Ich bin der Hausmeister vom Siebenerhaus schrieb. Ab 1927 arbeitete er auch für das Jüdisch-Politische Cabaret Oscar Tellers.

Zusammen mit Ludwig Herzer als Co-Autor, Franz Lehár als Komponisten und Richard Tauber als Sänger schuf er zahlreiche Operetten. Am 13. März 1938, einen Tag nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich, wurde Löhner-Beda verhaftet und mit dem ersten "Prominententransport" am 1. April 1938 in das KZ Dachau gebracht. Am 23. September 1938 wurde er ins KZ Buchenwald deportiert und schließlich am 17. Oktober 1942 nach Auschwitz. Am 4. Dezember 1942 wurde er in der Fabrik erschlagen, in der er Zwangsarbeit leisten musste.

Loriot

Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren. Er besuchte von 1934 bis 1941 das Humanistische Gymnasium Berlin und Stuttgart, von 1947 bis 1949 die Kunstakademie Hamburg. Seit 1950 zeichnete er Cartoons für den Stern und legte sich den Künstlernamen Loriot zu, welcher die französische Bezeichnung des Wappentiers seiner Familie, des Pirols, ist. Ab 1953 schrieb er verschiedene Bücher und war 1967 in der TV-Serie Cartoon erstmals als Autor und Schauspieler für das Fernsehen tätig.

1968 wurde ihm der Adolf-Grimme-Preis verliehen, 1969 bekam er die Goldene Kamera. 1971 entwarf er für die Aktion Sorgenkind den TV-Hund Wum und war seit 1976 als Autor, Hauptdarsteller und Regisseur in der Serie Loriot erneut bildschirmpräsent, wodurch seine zahlreichen Sketche bekannt wurden. 1978 wurde ihm erneut die Goldene Kamera verliehen. Zahlreiche weitere Preise zieren seine Karriere. Ein weiterer Höhepunkt war 1985/86 die Inszenierung der Oper Martha an der Staatsoper Stuttgart, bei der er für Regie, Bühnenbild und Kostüm verantwortlich zeichnete.

1988 feierte dann sein erster Kinofilm Ödipussi Premiere, in dem er wieder Autor, Regisseur und Hauptdarsteller war. 1991 folgte dann sein zweiter Spielfilm Pappa ante portas, in dem er ebenfalls als Autor, Regisseur und in der Hauptrolle in Erscheinung trat. Auch zu seinem 80. Geburtstag 2003 ließ es sich der Grand Senior des feinsinnigen Humors nicht nehmen, eine eigene Geburtstagssendung zu kreieren.

Vicco von Bülow starb am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See.

Reinhard Mey

Reinhard Friedrich Michael Mey wurde am 21. Dezember 1942 in Berlin geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte.

Mit zwölf Jahren nahm er seine ersten Klavierstunden, mit vierzehn bekam er seine erste Gitarre. Außerdem brachte er sich selbst das Trompetespielen bei. Während der Schulzeit sammelte er mit Freunden erste Bühnenerfahrungen in einer Skiffle-Band. 1963 machte er sowohl sein Abitur als auch das französische Baccalauréat am Französischen Gymnasium in Berlin. Im Anschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann, brach aber das danach begonnene Studium der Betriebswirtschaftslehre nach sechs Semestern ab.

Im Jahr 1964 erschien Mey erstes Chanson, Ich wollte wie Orpheus singen, und er erhielt die Möglichkeit, auf dem Festival Chanson Folklore International seine Lieder vorzutragen. Dort lernte er auch 1966 den gleichaltrigen Liedermacher Hannes Wader kennen. 1967 tourte Mey mit diesem durch die Bundesrepublik. Im selben Jahr bekam er einen Plattenvertrag.

1967 heiratete er die Französin Christine; die Ehe wurde 1976 geschieden. Seit 1977 ist Mey mit seiner Frau Hella verheiratet und lebt in Berlin-Frohnau. Aus dieser Ehe stammen zwei Söhne und eine Tochter.

Im Mai 2014 starb Meys zweitgeborener Sohn Maximilian nach einem etwa fünf Jahre dauernden Wachkoma, das aus einer verschleppten Lungenentzündung und Herzrhythmusstörungen resultierte. Er wurde 32 Jahre alt.

Zwischen 1967 und 2016 hat Mey 27 deutsche Studioalben herausgebracht. Von 1986 bis 2004 veröffentlichte Reinhard Mey seine Studioalben im Zwei-, seitdem im Dreijahresrhythmus, jeweils im Mai. Seit Ende der 1960er-Jahre ist er einer der berühmtesten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.

Hans-Joachim Preil

Der Autor, Schauspieler und Komiker Hans-Joachim Preil wurde am 26. Juni 1923 in Köslin geboren.

1939 begann Preil eine Ausbildung an der Schauspielschule in Berlin und war in der Folge an verschiedenen Theatern engagiert. Er war Oberspielleiter in Bernburg und Magdeburg, bevor er 1961 von Magdeburg nach Berlin zog und in Babelsberg als Regieassistent tätig wurde.

Preil hat nach dem Zweiten Weltkrieg durch seine Tätigkeit und sein Engagement im kulturellen Bereich viel für die Bürger der DDR getan. Seine Sketche und Sendungen waren für viele immer "Pflichtprogramm". Zusammen mit seinem Freund und Kollegen Rolf Herricht bildete er das legendäre Komikerduo und war aus der DDR-Kultur nicht wegzudenken. Herricht gab den Liebenswürdig-Naiven, Preil dagegen durfte den ewig meckernden, besserwisserischen Oberlehrer spielen.

Über seine Sketche hinaus schrieb Preil zahlreiche Bühnenstücke, inszenierte Shows für den Friedrichspalast und gehörte 30 Jahre dem Ensemble des DDR-Fernsehens an. Nach dem Tod Herrichts im Jahre 1981 jedoch zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Als Autor sämtlicher Sketche von Herricht und Preil verstand er es mit seinen Wortwitzen, die Menschen zum Lachen zu bringen. Die inzwischen auf CD gebrannten Wortduelle haben auch noch heute ihre treue Fangemeinde.

Hans-Joachim Preil verstarb schließlich am 2. November 1999 an Herzversagen.

Fred Raymond

Fred Raymond wurde am 20. April 1900 in Wien als Friedrich Raimund Vesely geboren. Beide Elternteile waren tschechischer Abkunft. Der Sohn sollte nach dem Gymnasium Bergbau studieren und eine Beamtenkarriere anstreben. 1915 starben Vater und Mutter kurz hintereinander. Friedrich und seine drei Schwestern waren auf sich allein gestellt. Dies veranlasste ihn, das Studium aufzugeben und eine Banklehre bei der Österreichischen Nationalbank zu beginnen. Nebenher besuchte er mit einem Stipendium die Welthandelsakademie und machte seinen Abschluss. Musik machte er damals nur zum eigenen Vergnügen und nahm nebenbei weiter Unterricht in Klavier und Harmonielehre am Wiener Konservatorium. Seine erste im Wiener Geselligkeitsverein Thespis aufgeführte Operette in drei Akten trug den Namen Madame Inkognito. Hier verwendete er das erste Mal seinen späteren Künstlernamen Fred Raymond. Er gab seinen Beruf als Bankkaufmann in Wien auf und ging zunächst nach Frankfurt/Main. Dort komponierte er das Lied Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren, das sich schnell zum Volkslied entwickelte und sein größter Erfolg dieser Zeit war. 1927 nutzte Fred Raymond diesen Erfolg und schrieb mit Bruno Hardt-Warden und Fritz Löhner das Singspiel Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren auf Texte von Ernst Neubach. Ab 1926 konnte Fred Raymond fast jährlich einen seiner neuesten Schlager als Film etablieren. Der ersten Verfilmung 1926 sollten mehrfach wiederholte Verfilmungen seiner bedeutenden Bühnenwerke folgen.

1928 übersiedelte Raymond nach Berlin. Ab 1930 widmete er sich dem neuen Medium Tonfilm und komponierte eine ganze Reihe von Filmmelodien. Ebenfalls in den 1930er Jahren entstanden zahlreiche Operetten, deren erfolgreichste 1937 die Maske in Blau war.

Nach dem Krieg kehrte er vorübergehend in seine Heimat Österreich zurück und arbeitete zunächst als Hauskomponist in Wien und Salzburg beim späteren ORF. In Hamburg ansässig veröffentlichte er ab 1948 weitere musikalische Bühnenwerke. 1951 zog Fred Raymond von Hamburg nach Überlingen am Bodensee. Am 10. Januar 1954 verstarb Fred Raymond unerwartet an Herzversagen.

Thomas Krieger, Tim Meier