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Vergnügtes Spiel mit dem Mikado

Junges Borbecker Musiktheater glänzte mit komischer Oper im MGB

So einfach wird das Leben schwer. Man muss nur so einen Herrscher haben, wie den Mika­do, frisch verliebt sein und schon steht die Katastrophe ins Haus. Doch keine Bange: Zum guten Schluss wird alles gut.

Mehr soll hier über die junge Lie­be zwischen Yum-Yum und Nanki­-Poo, über das giftige Intrigenspiel Katishas, über den Henker, der kein Blut sehen kann (das aller­dings könnte ihm den Kopf ko­sten!), und den gestrengen Mikado, der sich einen Haufen skurriler Ge­setze nebst entsprechender Strafen für sein Volk ausgedacht hat, nicht verraten werden. Schließlich gibt es noch eine Vorstellung des jun­gen Borbecker Musiktheaters in der Aula des Mädchengymnasiums.

Die Oper aus der Feder der bei­den Briten Sir Arthur Sullivan (Mu­sik) und William S. Gilbert (Buch) bietet alles, was das Herz begehrt, und was das Schönste ist: die jun­gen Sängerinnen und Sänger, Mi­minnen und Mimen machen ihre Sache wirklich gut. Da sind der un­glücklich, glücklich verliebte Nan­ki-Poo, vom stimmgewaltigen Björn Huestege verkörpert, und Yum-Yum, die Nachtigal unter den Mitgliedern des Jungen Musikthea­ters und das Objekt der Begierde (bravo, Viola Offele!). Da sind Ka­tisha (Tanja, Beyersdorf überaus überzeugend als eifersüchtige Ver­lobte) und Co-Co, der arme Wicht. Nicht zu vergessen Pooh-Bah (Gar­sten Steffens), der sehr glaubwür­dig den hohen Beamten darstellte und vor Wichtigkeit beinahe platz­te, und der Erzähler (Marc Weitko­witz), der mit seinem britischen Humor der Oper eine besondere Würze verlieh. Und da sind all die vielen anderen, die ihr Bestes ga­ben am Premierenabend.

Die musikalische Gesamtleitung hatte Arne Kovac, der stilvoll mit Fliege und Smoking gekleidet er­schien, als würde er die Berliner Philharmoniker dirigieren. Und Ul­rich Louis (Klarinette), Arne Reiß (Trompete), Gerald Angstmann (Violine), Christiane Klapdohr (Violoncello) sowie Stefan vom Bruch (Schlagzeug) versuchten auch - ganz unverdrossen - ein gro­ßes Orchester zu mimen. Doch trotz der kleinen Besetzung kamen die Musiker ganz groß raus. Am Klavier wurden sie von Stephan Müller, Lehrer am Gymnasium Borbeck, bestens unterstützt. Das Gymbo stellte übrigens auch den Opernchor.

Mit der Oper "Die Kluge" von Carl Orff begann das Junge Borbecker Musiktheater 1991. Schüler, ehemalige Schüler und Lehrer des Gymnasiums Borbeck waren an dieser ersten Produktion beteiligt. Der Erfolg und die Freude an der Arbeit ließen die jungen Leute weitermachen und jedes Jahr ein anderes Stück erarbeiten. Die zweite Aufführung der komi­schen Oper ist am Freitag, 30. März, um 19 Uhr in der Aula des Mädchengymnasiums.

Der Eintritt kostet 10 DM, ermäßigt 5 DM. Kar­tenreservierung: ' 0208/ 38 99 561.

Borbecker Nachrichten vom 29.03.2001