Der Inhalt

Erster Akt

Ein ganz normaler Tag im "Konrad-Plüsch-Theater". Zum 100. Mal steht am heutigen Abend die Komödie "Tausche meinen Hochzeitsschleier gegen frische Hühnereier" auf dem Programm, welches Direktor, Intendant und Regisseur Konrad Plüsch selbst geschrieben hat. Auch zu dieser Aufführung kommen die Schauspieler wieder auf den letzten Drücker, Puder-Bernd ist die weiße Schminke ausgegangen und Beleuchter Ampeer und Bretter-Schorsch wollen das im Stück vorkommende Gewitter vom ersten in den vierten Akt verlegen. Hinzu kommt, dass die beiden Schauspieler Lilo und Hupfer die Finger nicht voneinander lassen können. Weder neben, geschweige denn auf der Bühne.

So nimmt das Chaos seinen Lauf: Während der Anmoderation von Plüsch öffnet sich schon der Vorhang und es wird wieder einmal fleißig improvisiert. Neben den üblichen Texthängern kracht im weiteren Verlauf auch noch der Tisch zusammen. Schon zum Ende des ersten Aktes haben die Zuschauer das Theater verlassen.

Zweiter Akt

Von den jüngsten Ereignissen total entnervt, erfährt Konrad Plüsch, dass sein Ensemble entschlossen hat, seine Komödie nicht mehr spielen zu wollen. Die sofort herbeizitierten Schauspieler verkünden, dass sie statt dessen nun die Tragödie "Blut für Borislav" aufführen wollen. Plüsch lässt sich darauf ein, besteht aber darauf, zunächst eine Schauspielerin zu suchen, die perfekt eine Tote verkörpern kann, die für dieses Stück benötigt wird. Bei der ersten Probe stellt sich für Konrad Plüsch schnell heraus, dass keine seiner Schauspielerinnen dazu in der Lage ist. Er lässt den Werbefachmann Litfaß nach Schauspielerinnen Ausschau halten, doch auch die sich eiligst meldenden Damen können den Theaterdirektor nicht überzeugen.

Da erscheint Oktavia Schlüter - und Plüsch ist sofort hin und weg. Ohne weiter zu testen engagiert er Oktavia für die Rolle der Gräfin Malenka und beschließt, selbst die männliche Hauptrolle zu spielen, den Geliebten der Gräfin. Trotz vehementen Einspruchs aller Beteiligten, insbesondere seiner Ehefrau, hält er an seinem Vorhaben fest.

Dritter Akt

Premiere der Tragödie "Blut für Borislav": In der Pause bittet Konrad Plüsch Oktavia noch einmal eindringlich, sich gleich als Tote nicht mehr zu bewegen. Das restliche Ensemble lästert natürlich über das mögliche Verhältnis zwischen Plüsch und Oktavia und tatsächlich kommt es in der Umkleide zwischen Lilo und Oktavia zu einer handfesten Auseinandersetzung, in die Plüsch gerade noch eingreifen kann.

Als es im Stück zu der Szene kommt, in der der Fuhrknecht Gilbert, gespielt von Konrad Plüsch, feststellen muss, dass Gräfin Malenka tot ist, macht der Theaterdirektor eine erschreckende Entdeckung: Oktavia Schlüter ist tatsächlich tot. Nach dem ersten Schrecken und der Freude von Pauline wird die Polizei gerufen. Alle - auch die Zuschauer - sollen bis zum Eintreffen von Kriminalinspektor Fassihn im Theater bleiben.

Vierter Akt

Nach mehreren Stunden erscheint Fassihn - und ist sich offensichtlich nicht im Klaren darüber, dass er sich in einem Theater befindet. Dafür meint er, er befinde sich in einem Irrenhaus, und dafür gibt es viele Anzeichen: Lilo und Hupfer haben sich inzwischen in dem Bett amüsiert, in dem die Tote lag, Pauline berichtet, wie sie sich am Anblick der Leiche geweidet hat und mit Graf Borislav steht der Täter im Endeffekt fest, auch wenn Alex, der Graf Borislav spielt, alles abstreitet. Und dann auch noch so viele Zuschauer bei der Morderei.

Gerade als Fassihn zu verstehen beginnt, wo er sich befindet, erscheint die vermeintliche Tote. Sie wollte nur alle von ihrer Schauspielkunst überzeugen.

Thomas Krieger