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Diese Magd kann sich sehen lassen

Viel Beifall für Opern-Aufführung der Borbecker Gymnasien

Schultheater sind vielerorts zu einer liebenswerten Institution geworden. Doch was die Schülerinnen und Schüler sowie die Ehemaligen der drei Borbecker Gymnasien jedes Jahr zur Auffüh­rung bringen, ist zweifellos etwas Besonderes. Nicht nur, daß sich das Ensemble aus drei Schulen zusam­mensetzt, auch das Stück selbst dürfte auf den Spielplänen der Lai­entheater eher die Ausnahme sein: "Die pfiffige Magd", eine Oper von Julius Weismann.

Mit diesem musikalischen Büh­nenwerk setzt die Truppe um Arne Kovac die Reihe der vor vier Jahren begonnenen Operninszenierungen fort. Zuvor gelangten bereits "Die Kluge" von Carl Orff, Johann Schenks "Der Dorfbarbier" und das selbstgeschriebene Musical "Mord im Morgengrauen" zur Auffüh­rung. Wieder investierten die Dar­steller viel Fleiß, um das Stück ein­zustudieren. Ein dreiviertel Jahr trafen sie sich zweimal wöchent­lich zur Probe. Soviel vorneweg: Das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen. Die 1939 in Leipzig ur­aufgeführte Oper geriet auch in der Aula des Mädchengymnasiums Borbeck zum Erfolg.

Die Handlung des Stücks ist auf den ersten Blick nach dem alten Muster der komischen Oper des 18. und 19. Jahrhunderts gestrickt: Da ist die Tochter, die ihren Geliebten Leander nicht heiraten kann, weil ihr Vater bereits einen anderen, den Buchhalter Eriksen, gefunden hat. Da ist die schlaue Magd, die sich einen Plan mit allerlei Verklei­dungen, Verwechselungen und Verstellungen überlegt. Und da ist schließlich der Schluß, der wie (fast) immer, alle Probleme besei­tigt.

Die Titelheldin Pernille, über­zeugend gespielt und gesungen von Britta Steffens, stellt sich gleich zu Beginn des Stücks dem Publikum vor. Sie glaubt, über ihre anderen Mitspieler zu stehen und kommen­tiert in Brechtscher Tradition immer wieder die Handlung. Pernille führt als pfiffige Magd den Haus­halt im Hause des Herrn Viel­geschrey. Ihr Dienstherr stöhnt so eifrig über die ihm nicht vergönnte Zeit, daß er in der Tat selten dazu kommt, seine Geschäfte zu erledi­gen. Ursache dafür ist Perniells Or­ganisation, denn sie überschüttet ihren Herrn geradezu mit Terminen. Verwicklungen bleiben da nicht aus.

Alle Mitspieler sind mit Spaß und Spielfreude bei der Sache. Ein Lob vor allem den vielen guten Stimmen und der ausgezeichneten musikalischen Begleitung von Arne Kovac. Zweifellos: dieser Opernbesuch war etwas Besonde­res. Viel Beifall.

Borbecker Nachrichten vom 24.03.1994

 

 

Ehemalige Schüler als Opernsänger

Pfiffige Magd im MGB

Ehemalige Schülerinnen und Schüler der drei Borbecker Gymnasien führen am Dienstag, 15., und am Freitag, 18. März, jeweils um 19 Uhr in der Aula des Mädchengymnasiums, Fürstäbtissinstraße, die Oper "Die pfiffige Magd" von Julius Weismann auf. Karten zum Preis von 6 DM, ermäßigt 3 DM, gibt es in der Geschäftsstelle der Borbecker Nachrichten, Vickestraße 16, und an der Abendkasse.

Borbecker Nachrichten vom 10.03.1994