Heidi Spies

An dieser Stelle ist der geneigte Leser unseres Programmheftes gewohnt, etwas über den Autoren oder die Autorin des aktuellen Stückes zu lesen. Über die Eltern, die Geburt, die Kindheit, den schulisches Werdegang, möglicherweise über frühe Begabungen, einen erlernten Beruf, über Familie, Kinder und so weiter. Oder wie der Autor zur Schriftstellerei gekommen ist. Woher er seine Idee für das Stück genommen hat.

Für die Programmheft-Redaktion hat dies zwei Vorteile: Zum einen lassen sich somit mindestens eine Seite spielend füllen, zum anderen erfährt der Zuschauer auch noch etwas über denjenigen, den er diesen Abend zu verdanken hat.

Üblicherweise hatten wir ja auch in der Vergangenheit auch namhafte Autoren, so dass sich über diese relativ mühelos oder aber zumindest mit Hilfe von gut ausgestatteten Bibliotheken oder des Internets eine Lebenslauf zusammenstellen lies.

In diesem Jahr betreten wir aber Neuland. Ein Stück eines unbekannten Autoren hatten wir bislang nur in den Spielplan aufgenommen, wenn er aus unseren Reihen stammte. So aber lies sich auch mit Hilfe des Verlages nicht viel recherchieren. Nur soviel: Die Autorin schreibt unter einem Pseudonym und stammt aus dem Köln/Bonner-Raum. Nicht gerade viele Informationen für eine DIN-A5-Seite, wenn man die übliche Schriftgröße als Maßstab nimmt.

Wie kommt man überhaupt an ein solches Stück? An dieser Stelle möchte ich einmal lobend den PLAUSUS-Theaterverlag erwähnen. Dieser hat mir nicht nur unaufgefordert einen Gesamtkatalog seiner Stücke zugesandt, nein, auch im Internet kann man sich kostenlos Ansichtsexemplare der Stücke anfordern - bei vielen anderen Verlagen ist dies leider gar nicht oder nur gegen Bezahlung möglich.

So sind wir also - ungeplant - an ein Stück gekommen, welches erst im März diesen Jahres Uraufführung gefeiert hat und mit unserer Produktion erst seine dritte Inszenierung überhaupt erlebt.

Und noch drei Erkenntnisse konnte ich bei meinen Nachforschungen und dem Schreiben dieses Artikels gewinnen. Erstens: Bei anderen Theatergruppen und auch auf professionellen Bühnen geht es ähnlich chaotisch zu wie bei uns. Zweitens: Wir haben noch nie ein Stück einer weiblichen Autorin gespielt. Immerhin eine Komponistin hatten wir schon mal zu präsentieren. Mary Rodgers komponierte die Musik zu "Winnifred". Und schließlich drittens: Auch mit noch so wenig Informationen über eine Autorin lässt sich ein Artikel schreiben.

Thomas Krieger