Der Inhalt

Erster Akt

"Es war einmal in einem fernen Reich ein Mädchen, ein trauriger Jüngling und ein kinderloser Bäcker mit seiner Frau." So beginnt der Erzähler seine Geschichte. Während Aschenputtel verzweifelt versucht, den Galaball des Prinzen zu besuchen, von seiner Schwiegermutter aber nicht mitgenommen wird, sind Hans und seine Mutter so arm, dass diese ihn beauftragt, die Kuh Milchweiß, die keine Milch mehr gibt, auf dem Markt zu verkaufen. Rotkäppchen, das auf dem Weg in den Wald ist, um seine Großmutter zu besuchen, kauft noch beim Bäcker Brot und Gebäck ein. Dieser ist ziemlich verzweifelt, da er und seine Frau keinen Nachwuchs bekommen. Die Hexe von nebenan erklärt den beiden, dass ein Fluch auf ihnen lastet, da der Vater des Bäckers vor vielen Jahren im Garten der Hexe Zauberbohnen gestohlen hat. Zur Strafe verlangte die Hexe das neugeborene Baby der beiden, die kleine Schwester des Bäckers, Rapunzel, und legte den Fluch der Unfruchtbarkeit auf die Bäckerfamilie. Um die Verwünschung aufzuheben, muss sich die Hexe einen Trank brauen und verlangt von dem Bäckerehepaar, dass es hierzu vor Ende der dritten Mitternacht vier Dinge besorgen soll: "Die Kuh so weiß wie Milch, das Mäntlein rot wie Blut, das Haar so gelb wie das Korn, den Schuh aus purem Gold." Sofort macht sich der Bäcker auf den Weg.

So begibt sich Aschenputtel in den Wald, um das Grab seiner Mutter aufzusuchen. Und tatsächlich erfährt sie dort Hilfe, der Baum auf dem Grab erfüllt Aschenputtels Wunsch und überschüttet sie mit Gold und Silber, so dass sie unerkannt auf den Galaball gehen kann. Rotkäppchen trifft auf dem Weg zur Oma den Wolf, der das kleine Mädchen vom Weg abbringt, um so erst die Oma und später Rotkäppchen selbst zu verspeisen. Der Bäcker ahnt zwar schon nichts Gutes, als er beide beobachtet, ist aber doch mehr an dem roten Mantel des Mädchens interessiert. Jedoch bringt er es nicht übers Herz, Rotkäppchen den Mantel abzunehmen. Die Frau des Bäckers ist ihrem Mann in den Wald unter einem Vorwand gefolgt, und gemeinsam gelingt es beiden, Hans, der auf dem Weg zum Markt ist, die Kuh im Tausch gegen fünf der gestohlenen Zauberbohnen zu tauschen. In der Zwischenzeit ist ein Prinz auf Rapunzel, die in einem Turm ohne Türen und Fenster eingesperrt ist, aufmerksam geworden und will sie unbedingt kennen lernen. Rotkäppchen erliegt ihrem Schicksal und wird von dem Wolf verspeist. Der Bäcker ist dem Mädchen gefolgt, um doch noch an den Mantel zu kommen und befreit mehr oder weniger unfreiwillig das Mädchen und die Oma aus dem Bauch des Wolfes. Zur Belohnung schenkt ihm Rotkäppchen seinen Mantel. Hans' Mutter ist außer sich, dass ihr Sohn die Kuh gegen fünf Bohnen getauscht hat und wirft die Bohnen weg. Kurz vor Mitternacht trifft die Bäckersfrau auf das vom Ball flüchtende Aschenputtel, das mit seinen goldenen Schuhen ins Stolpern gerät. Doch die Schuhe will das Mädchen nicht hergeben. Beide beobachten in der Ferne eine riesige Bohnenranke, die in den Himmel wächst. Hans ist auf dieser Bohnenranke in die Höhe geklettert und hat dort oben das Reich der Riesen entdeckt. Um seine geliebte Kuh zurückzukaufen, hat er dort oben Goldmünzen gestohlen. Doch der Bäcker will sich auf den Tausch nicht einlassen und Hans verspricht, noch mehr von dort oben zu holen. In der Zwischenzeit ist der Bäckersfrau die Kuh jedoch davongelaufen. Der Prinz ist verzweifelt auf der Suche nach Aschenputtel und trifft im Wald auf seinen Bruder, der seinerseits von seinem Leid mit Rapunzel berichtet. Auch die Bäckersfrau hat Rapunzels Turm entdeckt und reißt dem Mädchen das korngelbe Haar aus. Als die Frau jedoch zur zweiten Mitternacht wieder auf Aschenputtel trifft, hat sie erneut kein Glück und bekommt den Schuh erneut nicht. Doch der Bäcker hat von einem geheimnisvollen Mann die Kuh zurückbekommen, so dass beiden nur noch einer der vier Gegenstände fehlt. Als Hans jedoch erneut versucht, seine Kuh zurückzukaufen, stirbt Milchweiß. Der Bäcker will sich nun an dem letzten Tag um eine Kuh bemühen, während seine Frau versuchen will, den Schuh zu bekommen. Die Hexe hat inzwischen von Rapunzel und ihrem Prinzen erfahren und will nun dem Mädchen, welches sie streng beschützt hat, das wahre Leben zeigen. Sie verstößt sie in eine Wüstenei und stellt dem Prinzen eine Falle, durch die er blind wird. Rotkäppchen, das unterdessen auf Hans trifft, glaubt diesem nicht, dass es ein Riesenreich gibt. Hans will erneut zu den Riesen, um einen "Beweis" zu stehlen. Kurz vor der dritten Mitternacht flieht Aschenputtel erneut vom Ball, hat aber auf den Stufen des Schlosses einen Schuh verloren, da der Prinz die Treppe mit Pech eingeschmiert hat. Der Bäckersfrau gelingt es, den anderen Schuh von Aschenputtel zu bekommen. Während der Prinz auf der Suche nach Aschenputtel ist, macht sich Hans' Mutter Sorgen um ihren Sohn. In ihrem Garten liegt ein toter Riese und die Bohnenranke ist umgehackt. Doch das scheint niemanden zu interessieren. Als Hans auftaucht, berichtet er, wie er den Riesen erschlagen hat. Pünktlich zur dritten Mitternacht erscheint die Hexe. Sie macht Milchweiß wieder lebendig und die Kuh wird mit dem Mantel, dem Haar und dem Schuh gefüttert. Doch nichts passiert, da die Hexe die Haare berührt hat. Der geheimnisvolle Mann taucht plötzlich auf und mit seiner Hilfe wird der Fluch gelöst. Dabei stellt sich heraus, dass er der Vater des Bäckers ist. Nachdem der Fluch gelöst ist, stirbt der geheimnisvolle Mann. Die Hexe gewinnt Jugend und Schönheit wieder, verliert aber ihre Zauberkräfte und der Prinz findet mit Hilfe des Schuhs sein Aschenputtel. Auch Rapunzel traf ihren Prinz und als zwei ihrer Tränen seine Augen berührten, konnte er wieder sehn. Alle, die es verdient hatten, bekommen ihr Glück und leben lange und glücklich bis ans Ende. "Fortsetzung folgt."

Zweiter Akt

"Es war einmal, später, im selben fernen Reich, eine Prinzessin, der junge Hans und der Bäcker und seine Familie." So beginnt der Erzähler den zweiten Akt. Alle lebten trotz einiger Unvollkommenheiten glücklich, doch plötzlich wird das Haus des Bäckers zerstört. Schnell stellt sich heraus, dass ein Riese im Land sein Unwesen treibt. Der Bäcker berichtet den Vorfall im Schloss, doch die Prinzen sind nur mit ihrer Liebesqual beschäftigt, schließlich haben sie zwei schlafende Schöne entdeckt, eine in einem Dornenturm gefangen, die andere von einem Zwerg bewacht. Der Bäcker und seine Frau begleiten Rotkäppchen zu seiner Oma, doch der Wald ist verwüstet. Dort treffen sie auf die königliche Familie, die aus dem Schloss flüchten mussten, als der Riese kam. Als die Hexe dazukommt, erscheint plötzlich auch der Riese - nein, die Riesin. Es ist die Frau des Riesen, den Hans erschlagen hat. Sie will nun ihrerseits aus Rache Hans töten. Alle Versuche, die Riesin zu beruhigen, schlagen fehl und bei dieser Auseinandersetzung sterben der Erzähler, Rapunzel und Hans' Mutter. Die königliche Familie ergreift die Flucht, die Hexe will Hans suchen, um ihn auszuliefern. Die Bäckerfamilie und Rotkäppchen beschließen, Hans zuerst zu finden, um ihn vor der Riesin zu schützen. Bei der Suche trifft die Frau des Bäckers auf Aschenputtels Prinzen - beide schlagen sich in die Büsche. Doch scheint die Frau nur ein Abenteuer für den Prinzen zu sein, er verlässt sie nach dem kurzen Abenteuer vorgeblich, um die Riesin zu suchen. Diese nähert sich tatsächlich und die Frau des Bäckers ergreift die Flucht. Aschenputtel hat inzwischen das zerstörte Grab ihrer Mutter entdeckt und wird vom Bäcker getröstet, der sie mit zur Gruppe nimmt. Als sich der Bäcker gerade auf die Suche nach seiner Frau machen will, kommt die Hexe mit Hans dazu. Hans hat die Leiche der Bäckersfrau entdeckt und sie begraben. Während sich der Bäcker, Aschenputtel, Rotkäppchen und Hans nun gegenseitig Vorwürfe machen, wer Schuld an der ganzen Misere sei, beklagt die Hexe die angebliche Moral der vier und verschwindet. Auch der Bäcker will gehen, für ihn hat das Leben keinen Sinn mehr. Doch ein Gespräch mit seinem totgeglaubten Vater bringt ihn zur Gruppe zurück. Die vier schmieden einen Plan, wie sie die Riesin überlisten können. Sie wollen den Boden mit Pech beschmieren, Vögel sollen der Riesin die Augen auspicken und Hans und der Bäcker auf Bäumen sitzend die Riesin erschlagen. Während Hans, Rotkäppchen und der Bäcker das Pech besorgen, trifft Aschenputtel seinen Prinzen. Dieser erklärt seiner Frau, dass er nicht treu sein kann, woraufhin sich beide trennen. Der Plan, die Riesin zu töten, gelingt und die Riesin stirbt. Die vier Überlebenden beschließen, zusammen zu ziehen und das Baby gemeinsam aufzuziehen, da sie erkennen, dass niemand alleine überlebensfähig ist.

Thomas Krieger