Der Inhalt

Serge, ein erfolgreicher und wohlhabender Dermatologe aus Paris und großer Kunstliebhaber, hat sich ein Bild gekauft, mit dem er schon seit Monaten liebäugelte. Ein Ölgemälde von etwa ein Meter sechzig auf ein Meter zwanzig, ganz in Weiß. Der Untergrund ist weiß, und wenn man die Augen zusammenkneift, kann man feine weiße Querstreifen erkennen.

Als Serges langjähriger Freund Marc, ein Ingenieur in der Aeronautik, das Bild zum ersten Mal betrachtet und erfährt, dass Serge 200.000 Euro für dieses Bild bezahlt hat, fängt er an zu lachen. „Ein selbstgefälliges, perfides Lachen“, wie Serge festzustellen meint.

Marc berichtet dem gemeinsamen Freund Yvan, ein beruflich wenig erfolgreicher Vertreter in einer Papiergroßhandlung, der kurz von der Hochzeit mit Catherine, einem netten, reizenden Mädchen aus guter Familie – der die Papiergroßhandlung gehört –, steht, von seinem Erlebnis. Yvan will selbst Serge aufsuchen, um den Streit der beiden zu deeskalieren.

Doch Serge und Marc steigern sich immer weiter in ihren Streit hinein. Serge ist von Marcs Selbstgefälligkeit genervt, Marc davon, dass sich Serge eine „weiße Scheiße“ hat kaufen können. Auch der Versuch der beiden, freundlicher miteinander umzugehen, scheitert. Yvan, von den Dramen rund um seine bevorstehende Hochzeit bereits überwältigt, kann nicht verstehen, was mit seinen beiden Freund passiert ist: „Es muss etwas zwischen euch vorgefallen sein, dass ihr so irre geworden seid.“ Bei seinen Vermittlungsversuchen gerät er ungewollt zwischen die Fronten. Serge – von Françoise geschieden und deshalb in Yvans Augen kein guter Ratgeber in Ehedingen – und Marc raten ihm sogar dazu, die Hochzeit abzusagen, weil sie Yvans Verlobte für hysterisch halten.

Als sich schließlich Serge auch noch herablassend über Marcs Lebensgefährtin Paula äußert, gerät der Streit vollkommen außer Kontrolle.

Das Bild dient den dreien als Katalysator, bei der die drei Männer ihre Gefühle, ihre Befindlichkeit, ihre Freundschaft, ja ihr gesamtes bisheriges Dasein auf den Prüfstand und infrage stellen. Dabei stehen sie vor dem Ende einer fünfzehnjährigen Freundschaft, bei der keiner der drei so recht weiß, was ihn noch mit den beiden anderen verbindet. „Eine Frage, die uns ziemlich weit führen könnte“, wie Marc feststellt.

Wird es den dreien dennoch gelingen, diese Freundschaft zu retten? Es scheint kaum noch möglich, doch dann hat Serge eine tollkühne Idee, die Yvan mit Schrecken erahnt, aber dennoch nicht glauben kann ...

Thomas Krieger