Lerner und Loewe

Frederick Loewe wurde am 10. Juni 1901 in Berlin als Friedrich Löwe geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend bei seiner Mutter in Berlin, während sein österreichischer Vater Edmund Löwe als Sänger und Schauspieler durch die Welt reiste. Loewe studierte bei Ferruccio Busoni und Eugene d'Albert, trat bereits als Zehnjähriger mit den Berliner Philharmonikern als Pianist auf und war schon mit 15 Jahren Schlagerkomponist. 1924 folgte er seinem Vater nach New York. Dort hielt er sich mit kleineren Jobs und als Pianist in Nachtclubs, Bierhallen und Bars über Wasser. Mitte der 1930er-Jahre lernte er den Schriftsteller Earle Crooker kennen, mit dem er seine ersten Musicals schrieb.

Alan Jay Lerner wurde am 31. August 1918 in New York geboren. Nach dem Besuch der Juilliard School of Music und einem erfolgreichen Harvard-Studium arbeitete Lerner zunächst als Rundfunkredakteur. Gleichzeitig schrieb er auch Songs für diverse Radioshows. Ein Boxunfall, bei dem er sein linkes Auge verlor, bewahrte ihn während des Zweiten Weltkriegs vor dem Kriegsdienst.

Im Jahr 1942 begann die kongeniale Zusammenarbeit von Loewe, dessen bisheriger Partner zur Navy eingezogen worden war, und Lerner mit der Show Life of the Party in Detroit. Mit What's Up hatten sie 1943 ihren ersten gemeinsamen Musicalerfolg, es folgten 1947 Brigadoon sowie 1951 Paint Your Wagon. Zu ihrem größten Erfolg wurde schließlich My Fair Lady (1956), das allein am Broadway 2.717 Mal gespielt wurde. Für den Musicalfilm Gigi (1958) erhielt Lerner zwei Oscar; für das beste (adaptierte) Drehbuch und zusammen mit Loewe für den besten Song, Gigi.

Lerner arbeitete 1948 außerdem kurz mit Kurt Weill für das Projekt Love Life zusammen, aus dem der Song Green-Up Time stammte. 1951 schrieb er das Drehbuch für den Film Ein Amerikaner in Paris, der mit Musik von George Gershwin versehen wurde; Lerner erhielt dafür 1952 einen Oscar. Nach den Schwierigkeiten mit dem gemeinsamen Camelot-Projekt im Jahr 1960 zog sich Loewe aus dem Showgeschäft zurück, verweigerte Lerner sogar die Zusammenarbeit, als dieser 1973 aus dem Film Gigi eine Bühnenshow machen wollte.

Lerner versuchte, nach 1960 an seine Erfolge mit Loewe anzuknüpfen, aber den Stücken wie Coco (1969, Musik von André Previn) und 1600 Pennsylvania Avenue (Musik von Leonard Bernstein) war kein Erfolg beschieden. Lediglich das Stück On a Clear Day You Can See Forever mit Burton Lane von 1965 kam beim Publikum an. Lerner verstarb am 14. Juni 1986 in New York an Lungenkrebs.

Nach einem Herzanfall zog sich Frederick Loewe nach Palm Springs zurück, wo er am 14. Februar 1988 verstarb.

Thomas Krieger