Der Inhalt

Erster Akt

Prolog im Himmel

Mephisto hat es satt! Zum x-ten Mal will der Herrgott ihn in die Wette um Fausts Seele verstricken – eine Wette, die er sowieso wieder verlieren wird. Nie bekommt er sein Happy-End. Als ihm der Flyer des Konrad-Plüsch-Theaters in die Hände fällt, schmiedet er einen teuflischen Plan: Wenn er kein Happy-End haben darf, soll dies auch anderen nicht zuteil werden.

Winnifred

Da König Sextimus seit geraumer Zeit stumm ist, regiert in seinem Reich seine geschwätzige Frau, Königin Migräne. Und diese hat das Gesetz erlassen: „Kein Ritter darf zu seiner Braut, bis Arglos sich mit einer traut.“ Arglos ist der Prinz, und bisher ist es nicht gelungen, ihn zu verheiraten. Die Königin stellt jede Bewerberin vor die unmögliche Aufgabe, einen von ihr erdachten Test zu bestehen. Als der Barde am Hofe vorbeikommt, wird gerade die zwölfte Bewerberin getestet. Auch sie fällt durch den „Eignungstest“ und so beklagen die Ritter und Ladies am Hof einmal mehr ihr Schicksal. Insbesondere Lady Lerche ist in einer misslichen Lage: Sie gesteht ihrem Liebsten, Sir Harry, dass sie von ihm ein Kind erwartet. Harry will sich nun selbst auf die Suche nach einer geeigneten Prinzessin machen.

Der Dorfbarbier

Lux ist ein außergewöhnlicher Dorfbarbier: Er befreit nicht nur von lästigen Bärten, sondern auch von Krankheiten. Zumindest jedoch versucht er es, denn seine Wundermedizin ist nicht minder seltsam: Schinken. Nicht alle haben sie überlebt... Doch der Schinken alleine macht ihn nicht glücklich, und so möchte er Suschen, sein Mündel, heiraten. Deren Herz gehört aber nur Joseph. Dessen ungeachtet verkündet Lux seinem Mündel nun die von ihm geplante Vermählung.

Kiss me, Kate!

Fred Grahams Versuch, Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ auf die Bühne zu bringen, kostet ihn jede Menge Nerven. Eigentlich würde er sich ja nur zu gerne der schönen Tänzerin Lois Lane widmen, doch stattdessen muss er sich mit unzuverlässigen Darstellern und vor allem mit den Launen seiner Ex-Gattin Lilli Vanessi herumschlagen! Unterdessen hat Lois’ Freund, Bill Calhoun, einen Schuldschein mit Freds Namen unterschrieben...

Der „normale“ Verlauf

Im Königreich taucht pitschnass Prinzessin Winnifred auf – sie wollte nicht auf das Herablassen der Zugbrücke warten und ist kurzerhand durch den Burggraben geschwommen. Das ist zuviel für die Königin, die ihren Sohn nicht mit einer solch ordinären Person verheiraten will. Doch Prinz Arglos findet Gefallen an Winnifred und so kommt es, dass sich die Königin überreden lässt, Prinzessin Winnifred einem Test zu unterziehen.

Mit Hilfe eines geheimen Plans des Schulmeisters Rund wollen Suschen und Joseph den Dorfbarbier Lux überlisten: Joseph täuscht dem verduzten Lux vor, er hätte sich aus Liebeskummer vergiftet. Ebenso täuscht er vor, er wolle sein „unermessliches Vermögen“ Suschen vermachen. Seine Verwandten könnten jedoch Suschen das Erbe streitig machen. Nun sucht Lux nach einer Lösung, denn er hofft, durch seine Heirat mit Suschen auch an Josephs Vermögen zu kommen.

Unterdessen bekommt Fred Graham kurz vor der Aufführung Besuch. Zwei zwielichtige Gestalten wollen das Geld eintreiben, das Bill am Nachmittag verspielt hat. Da Lilli aufgrund eines Streites angekündigt hat, das Theater umgehend zu verlassen, kommen Fred die beiden Gangster recht: Er „gesteht“, den Schuldschein unterschrieben zu haben, das Geld jedoch erst am Ende der Woche durch die Einnahmen zum Stück zahlen zu können. So überredet er die Gangster, Lilli mit Gewalt zum Weiterspielen zu zwingen.

Die Königin und die Magierin denken sich einen Test aus. Um Winnifreds Sensibilität zu prüfen, soll eine Erbse unter zwanzig Matratzen gelegt werden. Jede echte Prinzessin würde sie spüren und kein Auge zu tun. Um kein Risiko einzugehen, soll die Magierin noch einen Schlaftrunk brauen. Niemand ahnt, dass der Barde, der Hofnarr, der König und Lady Lerche allerhand Gegenstände unter die Matratzen gelegt haben, um Winnifred am Schlafen zu hindern.

Mephisto greift ein

Nun schlägt Mephistos Stunde: Zunächst besucht er den bei Lux sitzenden Joseph und verabreicht  diesem ein von drei Hexen erhaltenes Gift.

Telefonisch stellt sich Mephisto dann bei den Gangstern als deren neuer Boss vor und befiehlt, Lilli aus dem Theater zu entführen. Dem verdutzten Fred Graham teilen die Gangster daraufhin das Ende des „angenehmen Beisammenseins“ mit.

Zuletzt berichtet Mephisto Arglos von dem Plan, Winnifred wach zu halten. Dabei gibt er jedoch vor, dass die Prinzessin somit für den bevorstehenden Test nicht fit wäre. Nachdem Arglos und Winnifred alle Gegenstände unter den Matratzen entfernt haben, schläft die Prinzessin tatsächlich ein.

Theaterdirektor Konrad Plüsch ist entsetzt und glaubt, dies wäre das Ende. Doch es gibt ja noch einen zweiten Akt...

Zweiter Akt

Da brennt doch die Kulisse

Konrad Plüsch ist entsetzt. Auch die lokale Presse berichtet über den Theaterskandal. Während Plüsch noch jammert, wird er vom im Publikum sitzenden Cyrano de Bergerac unter langen Tiraden von der Bühne gejagt.

Im Gasthaus Celia

Im Gasthaus Celia beklagt Fred Graham sein Leid und gesteht sich seine Liebe zu Lilli ein. Gastfreundlichkeit kann man in dem Gasthaus zwar nicht erwarten, aber illustere Gäste, so den ebenso verzweifelten Schulmeister Rund, die auf der Durchreise befindliche Inspektor Gumdrop mit ihrem Neffen, Sergeant Flirt, und Figaro, den Sekretär eines einflussreichen Öl-Magnaten. Und so kommt Fred unerwartet zu Hilfe: Gumdrop und Flirt wollen sich auf die Suche nach der entführten Lilli machen, während Fred die Vorstellung weiter spielen soll.

Als sich Figaro das Problem von Rund anhört, taucht Bruder Lorenzo auf, der einen Brief für Romeo zustellen will. Er erklärt sich bereit, ein Gegengift zu brauen; im Gegenzug soll Figaro dafür sorgen, dass Romeo den Brief rechtzeitig erhält.

Unterdessen tauchen der König, der Barde und der Narr auf und berichten dem findigen Figaro von ihren Problemen. Doch wie man die fest schlafende Prinzessin wieder wach bekommt, ohne Lärm zu machen (die Königin verlangt Ruhe), will auch ihm nicht einfallen. Da erscheint Rotkäppchen auf dem Weg zu ihrer Oma und berichtet von Zauberbohnen, die ganz schnell in den Himmel wachsen. Figaro will eine dieser Bohnen unter die Matratzen legen und Winnifred so wach bekommen. Während er, der Narr und der Barde diesen Plan ausführen wollen, soll der König Romeo den Brief überreichen. Dieser wird jedoch unerwartet von Celia zum Geschirrspülen eingeteilt, da er die Rechung nicht bezahlen kann.

Happy-End für Joseph und Suschen

Gerade noch rechtzeitig kann Rund Joseph das Gegengift verabreichen. Unbemerkt tränkt er damit den Schinken, den Joseph zu sich nimmt. Lux vermählt unterdessen Joseph und Suschen in der Hoffnung auf Josephs baldiges Ableben. Als Joseph nach Verzehr des Schinkens plötzlich wieder gesundet, will Lux die Heirat annulieren, muss sich aber den Protesten aller beugen. Dafür lässt er sich Lebensretter nennen und will seinen Schinken als Wundermedizin patentieren lassen.

Happy-End für Fred und Lilli

Mephisto ist entsetzt, dass es trotz seines Eingreifens zu einem Happy-End gekommen ist. Er ruft die Gangster an, um sich mit ihnen und der entführten Lilli am Bahnhof Borbeck zu treffen. Er ahnt nicht, dass das Telefonat von Inspektor Gumdrop abghört wird. Gerade noch rechtzeitig zum Finale des Stückes taucht Lilli in Begleitung von Gumdrop und Flirt wieder auf und „Der Widerspenstigen Zähmung“ bekommt das Happy-End. Gumdrop und Flirt konnten die Gangster am Bahnhof schnappen. Nur der Boss ist auf mysteriöse Weise entkommen.

Happy-End für Romeo und Julia

Romeo beklagt in der Gruft den Tod Julias und ist entschlossen, sich in den Armen seiner Liebsten umzubringen. Da wird er vom König gestört, der berichtet, dass Julia sich nicht wirklich getötet hat. Der König wurde gerade noch rechtzeitig von Celia und dem Kellner in die Gruft geschickt. Als Julia aufwacht, lädt der König die beiden Liebenden zum Fest ein.

Happy-End für Winnifred

Der Prinz muss unterdessen von seiner Mutter erfahren, dass der Test bereits gelaufen ist. Doch dann erscheint eine völlig übermüdete Winnifred, die vorgibt, die ganze Nacht nicht geschlafen zu haben. Als die Königin der Heirat trotzdem nicht zustimmen will, wird sie erstmals von Arglos zurückgewiesen. Die Königin verstummt – die Maus hat den Falken gefressen. Und tatsächlich – der König kann wieder sprechen.

Das große Finale

Alle sind glücklich und zufrieden – und wollen feiern. Bis drei, vier Uhr bleiben bestimmt noch alle hier. Und die Gräfin hat noch super-leckren Nachtisch gemacht. Nur Mephisto kann es nicht fassen. Alle haben ihr Happy-End bekommen.

Thomas Krieger