Der Inhalt

Erster Akt

Vor dem Aalto

Vor dem Aalto-Musiktheater versucht das Blumenmädchen Eliza Doolittle ihre Veilchen an den Mann zu bringen, auch an Oberst Pickering, der auf der Suche nach einem Taxi aus dem Aalto-Theater kommt. Beobachtet wird dies vom Linguisten Prof. Henry Higgins, der Sprachforschungen anstellt. Den verblüfften Umstehenden stellt dieser sein Können unter Beweis, indem er die genaue Herkunft eines jeden allein anhand des Dialekts nennen kann. Oberst Pickering gegenüber klagt Higgins über die schlechte Sprache der Menschen. Seine These ist, dass der soziale Stand nicht von der Herkunft, sondern von der Sprache bestimmt wird ("Kann denn die Kinder keiner lehren, wie man spricht"). Beiläufig erwähnt er, dass er Eliza beim Sommerfest des Bundespräsidenten als Gräfin ausgeben könnte, wenn er ihr Sprachunterricht erteilen würde. Daraufhin wird Eliza hellhörig, bekommt aber keine Chance, weiter nachzufragen, da sich herausstellt, dass Higgins und Pickering, der Spezialist für afghanischen Dialekt ist, sich schon lange gesucht haben. Higgins lädt seinen Kollegen zu sich nach Hause ein und wirft Eliza beim Gehen noch ein paar Euro hin. Beim Aufsammeln der Münzen träumt Eliza davon, wie schön es wäre, ein wenig Geld zu haben ("Wäre dat nich wunnerschön").

In Borbeck vor dem Wirtshaus

Der faule und so gut wie mittellose Schrotthändler Alfred P. Doolittle, Elizas Vater, wird mit seinen Kumpels Harry und Jamie mal wieder von Kneipenwirtin Uschi aus dem Wirtshaus geworfen, da er nicht zahlen kann. Als Eliza vorbei kommt, bewegt er sie dazu, ihm ein wenig Geld zu geben. Genug, um mit seinen Freunden ein weiteres Bier zu trinken. Vorher lässt er aber diese und die Gäste des Wirthauses seine Lebensphilosophie ("Mit 'nem kleinen Stückscken Glück") wissen.

Schloßgarten 101, bei Prof. Higgins

Higgins und Pickering hören sich gemeinsam Sprachaufnahmen an. Da meldet Higgins' Haushälterin Mrs. Pearce ein merkwürdiges Mädchen an. Es ist Eliza, die aufgrund von Higgins' Aussage, er könne sie als Gräfin ausgeben, Sprachunterricht bei ihm nehmen möchte. Es stellt sich schnell heraus, dass der Professor und Eliza sich nicht gerade wohlgesonnen und große Konflikte vorprogrammiert sind. Dennoch erklären sich beide Seiten bereit, das Experiment zu wagen, das durch Oberst Pickering in eine Wette umgewandelt wird. Er wettet mit Higgins, dass dieser es nicht schaffen werde, Eliza als Gräfin auszugeben. Eliza zieht bei Higgins ein und wird neu eingekleidet.

In Borbeck vor dem Wirtshaus

Nachdem Doolittle mit Harry und Jamie ein weiteres Mal aus dem Wirtshaus geflogen ist, erfährt er von einer Nachbarin, dass seine Tochter zu Professor Higgins gezogen ist und man ihr keine Kleider nachzuschicken bräuchte. Die Umstehenden sind amüsiert und denken, Doolittle sei wegen dieser pikanten Information schockiert. Doch er hat schon einen Plan geschmiedet, wie er aus dieser Situation Profit schlagen kann, und macht sich auf den Weg in den Schloßgarten.

Schloßgarten 101, bei Prof. Higgins

Mrs. Pearce und Oberst Pickering sind derweil nicht einverstanden mit der harten Gangart, die Higgins bei Elizas Sprachtraining vorgibt. Beide versuchen vergeblich, Higgins ins Gewissen zu reden. Als Doolittle ankommt, verlangt er sofort lautstark seine Tochter. Higgins geht aber nicht auf das Spiel ein und will ihm Eliza überlassen. Bei seinem Plan ertappt, versucht Doolittle sich herauszureden und hält eine ausschweifende Rede darüber, wie schlecht es ihm doch ginge. Higgins ist begeistert von dessen rhetorischer Begabung und gibt ihm 100 € für Eliza. Als Doolittle gerade gehen möchte, kommt es zum Zusammentreffen von Vater und Tochter, wobei ersterer letztere fast nicht erkennt. Eliza - ohnehin schon rasend vor Wut, da sie ihre Sprachübungen nicht länger aufsagen will - kocht umsomehr, als sie ihren Vater erblickt. Dieser weist sie aber zurecht und befiehlt ihr, Higgins und Pickering zu gehorchen. Als Doolittle gegangen ist, weist Higgins Mrs. Pearce an, dem Schweizer Millionär Ezra D. Wallingford, der Higgins seit langem für die Liga für moralische Erneuerung zu gewinnen sucht, zu schreiben, Alfred P. Doolittle sei der richtige Mann für dieses Projekt.

Nun widmet sich Higgins ganz Eliza und ihren Übungen. Diese sträubt sich aber mit aller Macht und behauptet, sie könne schon alles. Als Higgins ihr androht, dass sie nichts mehr zu essen bekomme, bevor sie die Übungen nicht richtig ausgeführt hat, schmeißt Eliza ihr Schreibheft auf den Boden und widmet sich ganz ihren Rachephantasien ("Wart's nur ab").

Trotzdem macht Eliza mit ihren Übungen weiter. Es will aber weiterhin nicht gelingen. Die Bediensteten von Prof. Higgins können wie Eliza die Übungen nicht mehr hören und klagen ihr Leid ("Ach, Professor Higgins"). In der Nacht - Higgins, Pickering und Eliza sind schon völlig übermüdet - schafft sie plötzlich den Durchbruch und spricht ihre Übungen richtig aus. Die drei tanzen und feiern gemeinsam ("Mein Vater war in Spanien"). Von dem dadurch entstehenden Lärm aufgeweckt eilen Mrs. Perace und die gesamte Bedienstetenschar herbei, um zu sehen, was passiert ist. Higgins will nach diesem Erfolg Eliza in der Öffentlichkeit vorführen - als Test für das Sommerfest des Bundespräsidenten. Er will sie zum Boxen in die VIP-Lounge seiner Mutter mitnehmen und macht sich mit Pickering auf, um Eliza ein Kleid zu besorgen. Mrs. Pearce indes schickt Eliza ins Bett. Diese ist aber noch zu aufgeregt, um zu schlafen. Sie bemerkt, dass sie gewisse Gefühle für Higgins hegt ("Ich hätt' getanzt heut' Nacht").

Esprit-Arena, Oberhausen

Vor der Arena teilt Oberst Pickering Higgins' Mutter mit, dass ihr Sohn in Begleitung eines Blumenmädchens erscheinen werde, und weiht sie in den Gesamtplan ein. Sie ist darüber entsetzt, dass ein Mädchen aus der unteren Bevölkerungsschicht ihre Lounge besuchen wird.

In der VIP-Lounge, in der Mrs. Higgins auch einige ihrer Freunde empfängt, geht zunächst alles gut. Eliza hält sich, wie vorher abgesprochen, nur an Sätze, die sie gut sprechen kann. Dann bricht es aber aus ihr heraus und sie erzählt in tiefstem Ruhrpott-Deutsch von der Krankheit und dem Tod ihrer Tante. Freddy Eynsford-Hill, ein junger Mann, der mit seiner Mutter dort ist, denkt, Eliza würde diesen Dialekt nur imitieren und amüsiert sich prächtig. Er beginnt, etwas für Eliza zu empfinden, wohingegen Higgins und Pickering entsetzt sind.

Schloßgarten, vor Nr. 101

Freddy möchte Eliza besuchen, um ihr zu sagen, was er für sie empfindet ("Weil ich weiß, in der Straße wohnst du"). Mrs. Pearce muss ihm aber leider mitteilen, dass Eliza nach dem Debakel in der VIP-Lounge niemanden mehr sehen möchte. Freddy lässt sich nicht entmutigen und wird Eliza jeden Tag Briefe schreiben und sich öfter in der Straße, in der sie wohnt, aufhalten.

Schloßgarten 101, bei Prof. Higgins

Der große Tag ist gekommen - das Sommerfest des Bundespräsidenten steht an. Während Pickering äußerst nervös ist und Higgins bittet, das Experiment abzubrechen, um Schaden von Eliza abzuwenden, scheint Higgins ganz ruhig zu sein. Eliza erscheint in einem wunderschönen Kleid und alle drei machen sich auf den Weg. Vor dem Schloss Bellevue Pickering kann Mrs. Higgins einen ersten Erfolg vermelden: Die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten ist von Eliza begeistert. Als Higgins hinzukommt, wird er von einem seltsamen Herrn angesprochen, der sich als sein ehemaliger Schüler vorstellt. Es ist der Ungar Zoltan Karpathy, der für den Staatspräsidenten von Ungarn arbeitet. Er gibt Higgins latent zu verstehen, dass er Eliza als das entlarven werde, was sie ist, und dass er Higgins dafür eine hohe Summe Geld zahlen lassen werde. Higgins bleibt unbeeindruckt, wohingegen Pickering und Mrs. Higgins dringend vorschlagen, das Fest zu verlassen. Als der Staatspräsident von Ungarn auftritt und man anfängt Walzer zu tanzen, lässt Higgins es nach einigen Takten zu, dass Kaparthy mit Eliza tanzt und sie so genauer unter die Lupe nehmen kann. Pickering ist entsetzt.

Zweiter Akt

Schloßgarten 101, bei Prof. Higgins

Die Schar der Bediensteten ist beim Warten auf Higgins, Pickering und Eliza eingeschlafen. Mrs. Pearce weckt alle bei der Ankunft des Trios. Alle wollen wissen, wie es war und ob die Täuschung funktioniert hat. Pickering und Higgins berichten, wobei Pickering Higgins in den Himmel lobt. Selbst Zoltan Karpathy ist der Schwindel nicht aufgefallen. Der hält Elizas deutsch sogar für so gut, dass sie keine Deutsche sein kann, sondern eine ungarische Prinzessin sein muss. Die Bediensteten gratulieren ("Sie sind es, der's geschafft hat"). Eliza findet indes keine Beachtung.

Als alle außer ihr und Higgins im Bett sind, schmeißt sie ihm seine Pantoffeln an den Kopf. Sie beschwert sich lautstark darüber, dass er so tut, als hätte er alles allein geschafft, und sie gar nicht berücksichtigt. Sie macht sich Sorgen über ihre Zukunft, was Higgins nicht nachvollziehen kann. Der Streit eskaliert, Eliza beschließt, Higgins zu verlassen.

Schloßgarten, vor Nr. 101

Wie so oft läuft Freddy vor Higgins Haus in der Hoffnung auf und ab, Eliza könnte herauskommen (Reminiszenz: "Weil ich weiß, in der Straße wohnst du"). Als Eliza tatsächlich erscheint, versucht er ihr seine Liebe zu gestehen. Sie fällt ihm aber ins Wort und macht ihrem Unmut darüber Luft, dass alle nur mit ihr reden und keiner handeln würde ("Tu's doch!"). Sie haut Freddy ihren Koffer auf den Kopf und verschwindet. Freddy lässt sich aber wieder nicht entmutigen und läuft ihr nach.

In Borbeck vor dem Wirtshaus

Ein ungewohntes Bild: Alfred P. Doolittle kommt in einen Anzug gekleidet aus dem Wirtshaus und spendiert der auf einmal ganz und gar devoten Wirtin Uschi ein generöses Trinkgeld. Auch Eliza, die dieses Szenario beobachtet, kommt das spanisch vor. Was ist passiert? Ihr Vater erklärt es ihr auf gewohnt pessimistische Art und Weise: Nachdem Prof. Higgins Doolittle dem Schweizer Millionär Ezra D. Wallingford als Mitglied der Liga für moralische Erneuerung vorgschlagen hat, fing das "Unheil" für ihn an. Und als Wallingford gestorben ist, kam heraus, dass dieser Doolittle eine nicht zu verachtende Rente vermacht hat. Dieser neue Reichtum hat dazu geführt, dass Doolittles Freundin ihn heiraten wollte. Und die Hochzeit soll am morgigen Tag stattfinden. Eliza zeigt kein Interesse an ihrem Vater und verlässt den Schauplatz gemeinsam mit Freddy. Doolittle wiederum versucht das Beste aus seiner letzten Nacht 'in Freiheit' zu machen ("Bringt mich pünktlich zum Altar").

Schloßgarten 101, bei Prof. Higgins

Es herrscht große Aufregung, da Eliza mitten in der Nacht verschwunden ist. Während Oberst Pickering versucht, Eliza durch einen Anruf bei der Polizei suchen zu lassen, klagt Higgins über das Wesen der Frau ("Eine Ode an ihn"). Pickering macht sich schließlich auf zum Polizeipräsidium, um dort eine Vermisstenanzeige zu schalten.

Wintergarten von Mrs. Higgins

Eliza hat es zu Mrs. Higgins verschlagen, der sie ihr Leid klagt. Mrs. Higgins zeigt volles Verständnis für sie und ihre Probleme mit Prof. Higgins. Als dieser plötzlich auftaucht, gibt seine Mutter ihm deutlich zu verstehen, dass sie von seiner Art, mit Eliza umzugehen, nichts hält. Sie lässt die beiden allein. Eliza macht Higgins eindeutig klar, dass sie auch ohne ihn leben kann ("Ohne dich") und als Freddys Frau im Dienst von Zoltan Karpathy, dem sie Higgins Methoden verraten will, ihr Geld verdienen möchte. Sie verlässt Higgins scheinbar für immer.

Schloßgarten, vor Nr. 101

Higgins kommt gefühlsgeladen an seinem Haus an. Einerseits stellt er sich vor, wie es wäre, wenn Eliza eines Tages zu ihm zurückkommt, weil sie kein Geld mehr hat und Freddy sie verlassen hat. Andererseits gesteht er sich ein, dass er sich an Eliza gewöhnt hat und sie nicht mehr missen möchte ("Ich bin gewöhnt an ihr Gesicht").

Schloßgarten 101, bei Prof. Higgins

Higgins betritt sein Arbeitszimmer und will sich zur Erinnerung an Eliza Aufnahmen von ihr anhören. Auf einmal betritt Eliza den Raum, schaltet die Aufnahme aus und spricht zu Prof. Higgins. Dieser fragt sie nach seinen Pantoffeln.

Tim Meier