Der Inhalt

Erster Akt

In einer Villa auf einer abgeschiedenen Insel vor der Küste Englands bereiten sich die Bediensteten Stella und Thomas Rogers auf die Ankunft der sieben zu erwartenden Gäste und der Sekretärin der Gastgeber, Vera Claythorne, vor. Die Gastgeber selber haben ihr Erscheinen kurzfristig abgesagt, so dass die Angestellten das Wochenende alleine mit den Gästen auf der Insel verbringen müssen.

Die Gäste erscheinen mit dem Boot: Captain Philip Lombard ist ehemaliger Soldat und flirtet sofort mit der Sekretärin. Anthony Marston, ein lauter junger Mann, der schnelle Autos liebt; Mr. Davis, der vorgibt, aus Südafrika zu stammen; General Mackenzie, ein alter, schwerhöriger pensionierter Kriegsheld; Lady Emily Brent, eine ältliche bibeltreue Dame mit offenbar hohen Moralvorstellungen; Sir Lawrence Wargrave, ein strenger, ehemaliger Staatsanwalt sowie Dr. Armstrong, ehemaliger Chirurg und nun Psychiater.

Nachdem alle Gäste eingetroffen sind, versucht man, aus der Situation das Beste zu machen und das Wochenende miteinander zu verbringen. Eine Rückfahrt von der Insel ist nicht möglich, da das Boot erst am Montag zurückerwartet wird und weder Telefon noch Radio vorhanden sind. Auf dem Flügel werden die Noten des Kinderliedes Zehn kleine Negerlein gefunden, und Marston setzt sich an das Instrument und gibt das Stück zum Besten. Die einzelnen Strophen sind dabei von erschreckender Grausamkeit geprägt. Nach dem dünnen Applaus der übrigen Gäste erklingt plötzlich eine geheimnisvolle Stimme. Diese beschuldigt jeden einzelnen Anwesenden, die mittel- oder unmittelbare Verantwortung für den Tod mindestens eines Menschen zu tragen. Es stellt sich rasch heraus, dass die Stimme von einer Grammophonplatte kam. Rogers hatte vom Gastgeber die schriftliche Anweisung erhalten, die Platte aufzulegen, die perfiderweise den Titel Schwanengesang trägt.

Während man sich noch uneins ist, was man von der Situation halten soll, bekommt Marston einen kurzen Hustenanfall und stirbt – Zyankali, wie Dr. Armstrong feststellt. Zugleich besteht eine direkte Verbindung zu dem Kinderlied, da sich dort das erste Negerlein verschluckte. Wie Lady Emily feststellt, ist auf dem Kaminsims, auf dem zehn Negerfiguren standen, eine kaputt gegangen.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, versucht Wargrave herauszubekommen, wie jeder einzelne auf die Insel gekommen ist. Die Untersuchung bringt einige überraschende Dinge zum Vorschein. Mr. Davis gibt sich als William Blore, ehemaliger Polizist und jetziger Privatdetektiv, zu erkennen. Alle Anwesenden sind unter einem Vorwand eingeladen worden, doch niemand scheint die wahren Gastgeber zu kennen, selbst die Bediensteten kennen ihre Auftraggeber nur aus Briefen. Diese sind überwiegend mit A. N. Onym unterschieben worden, was auf „anonym“ schließen lässt.

Bezogen auf die von der Stimme erhobenen Vorwürfe behauptet fast jeder der Beteiligten, unschuldig zu sein. Wargrave schlägt vor, nun alles einmal zu überschlafen. Lombard liest noch einmal die letzte Strophe des Kinderliedes, in der es heißt, dass ein kleines Negerlein nicht mehr aufwachen werde.

Zweiter Akt

Am nächsten Morgen verschaffen sich Armstrong und Blore einen Überblick über die Insel, doch weder ist von den Gastgebern eine Spur zu entdecken noch ist ein Boot zu sehen. Es macht den Eindruck, als ob außer den Gästen niemand auf der Insel sei. Als Vera feststellt, dass auf dem Kaminsims nur noch acht Negerfiguren stehen, kommen Rogers und Armstrong mit der Nachricht, dass Stella Rogers in der Nacht verstorben ist.

Immer mehr drängt sich der Verdacht auf, dass der Mörder seine Opfer nach den Reimen in dem Kinderlied umbringt und jemand der Anwesenden dafür verantwortlich ist. Dabei werden verdeckt oder offen Anschuldigen gegen die Anderen erhoben, jeder scheint verdächtig zu sein.

Als schließlich das Haus und die Insel erneut vergeblich abgesucht werden und plötzlich der General tot auf der Terrasse mit einem Messer im Rücken gefunden wird, steht nicht nur für Wargrave fest: „Der Mörder ist einer von uns.“

– Pause –

Die Stimmung wird immer gereizter und angespannter. Niemand traut dem Anderen, Allianzen entstehen und lösen sich wieder auf. Doch immer weiter sterben die Anwesenden nach und nach – und jedes Mal passen die Umstände des Todes zu denen, die im Kinderlied geschrieben stehen.

Dritter Akt

Auch die Idee, sich gegenseitig nicht mehr aus den Augen zu verlieren und somit weitere Morde zu verhindern, erweist sich als nicht praktikabel und so muss immer noch jeder um sein Leben fürchten. Es bilden sich unter den übrig gebliebenen Beteiligten immer mehr Theorien, wer der Mörder sei.

Damit Sie, verehrter Zuschauer, an diesem Rätselspiel – im Gegensatz zu den handelnden Personen auf der Bühne natürlich völlig ungefährdet – bis zum Schluss mitmachen können, endet an dieser Stelle die Inhaltsangabe. Der Schluss bleibt für Sie also genauso geheimnisvoll, wie die Fragen unbeantwortet bleiben, wer denn nun der Mörder ist und wer diesen Wochenendtrip – falls dies überhaupt möglich ist – überlebt. Und da es mehrere Variationen des Schlusses gibt, bleibt es wirklich spannend!

Thomas Krieger