Yasmina Reza

Yasmina Reza wurde am 1. Mai 1959 in Paris geboren. Sie stammt aus einer weitverzweigten jüdischen Familie. Ihr Vater war Iraner, ihre Mutter Ungarin. Sie wuchs in Paris, der Wahlheimat ihrer Großeltern, auf.

Nach der Schulzeit nahm sie ein Schauspielstudium auf - zunächst an der Universität Paris-Nanterre, später an der Ecole Internationale de Théâtre Jacques Lecoq. Mit Abschluss des Studiums hatte sie zahlreiche Engagements auf französischen Bühnen in Stücken zeitgenössischer und klassischer Autoren.

1987 begann sie dann selbst zu schreiben. Die Erfolge ließen nicht auf sich warten. Bereits ihre ersten beiden Stücke wurden mit dem renommierten französischen Theaterpreis Molière ausgezeichnet. Ihr drittes Stück, Kunst, avancierte zum absoluten Welterfolg. Es erhielt mehrere Preise und war ihr endgültiger Durchbruch. Mit der wachsenden Berühmtheit als Bühnenautorin blieben Angebote an die Schauspielerin Yasmina Reza aus - mit Ausnahme eines eher zufälligen Engagements in der Pariser Erst-Inszenierung ihres zweiten großen Theatererfolgs, Drei Mal Leben. Insbesondere durch ihre Stücke Kunst, Drei Mal Leben und Der Gott des Gemetzels wurde sie in den vergangenen Jahren zur weltweit meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerin.

Ein verbindendes Element fast aller ihrer Hauptfiguren ist deren Herkunft aus einem großbürgerlich jüdischen Milieu. Ein anderes Element ist ihr Bezug zu den Künsten. Beides deutet auf einen autobiografischen Hintergrund, zu dem sich Reza auch ausdrücklich bekennt. In ihre Dramen werden häufig Einflüsse Tschechows gedeutet, was Reza höchstens für ihre ersten beiden Stücke gelten lässt. Die gängige Zuordnung zum Boulevardtheater (häufig in Deutschland) weist sie entschieden zurück. Zu dieser Etikettierung kommt es am ehesten dann, wenn seitens der Inszenierung aus Rezas Witz Klamauk gemacht, wenn nicht wahrgenommen wird, wie vielschichtig ihre Stücke, wie nah auch am tödlichen Ernst sie sind.

Gemeinsam mit Roman Polanski verfasste sie das Drehbuch zur Verfilmung ihres Theaterstücks Der Gott des Gemetzels im Jahr 2011. Dies brachte ihr u. a. den französischen Filmpreis "César" ein.

Yasmina Reza lebt nach wie vor in Paris und hat eine Tochter und einen Sohn.

Thomas Krieger